Akupunktur: Mit chinesischer Medizin gegen Sodbrennen

    Akupunktur ist uraltes Wissen und fester Bestandteil der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) und wird seit Jahrtausenden angewandt. Wie sie genau funktioniert, verstehen wir in der westlichen Welt häufig nicht. Dass sie aber funktioniert belegen die durchschlagenden Heilerfolge, die man damit erzielen kann. Bei manchen Krankheitsbildern schlägt sie besser an, bei anderen weniger gut oder ist nicht empfehlenswert. Eine Anwendung, deren Wirksamkeit sogar wissenschaftlich belegt ist, ist die Akupunktur bei Sodbrennen und anderen Beschwerden des Verdauungssystems.

    Akupunktur basiert auf der im asiatischen Raum verbreiteten Vorstellung vom Körper, der von der Lebensenergie, dem Qi, durchflossen wird. Krankheiten beruhen demnach auf einem durch Blockaden gestörten Energiefluss, den es wieder ins Gleichgewicht zu bringen gilt. Das Qi strömt auf zwölf Leitbahnen, den Meridianen, durch den Körper und gelangt dabei an vielen Punkten bis dicht unter die Haut. An diesen Stellen setzt die Akupunktur an. Sie versucht die Blockaden zu lösen und den Energiefluss wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

    Akupunktur setzt auf Nadelstiche

    Bei einer Akupunktur werden dem Patienten an bestimmten Stellen Nadeln in die Haut gestochen und gegebenenfalls durch Drehen, Erwärmen oder Auf- und Abbewegen noch weiter stimuliert. Wo genau sie eingestochen und wodurch sie stimuliert werden, hängt vom zu behandelnden Krankheitsbild ab. Dabei konzentriert sich die TCM nicht auf einzelne Organe und deren Erkrankung. Sie sieht immer den Menschen als ganzes, komplexes System. Jede Krankheit ist in den ganzen Organismus eingebunden, und ein und das selbe Symptom, zum Beispiel Sodbrennen, kann sehr unterschiedliche Ursachen haben. Deshalb gibt es auch nicht DIE Akupunktur gegen Sodbrennen, sondern verschiedene Ansatzpunkte.

    Akupunktur gegen Sodbrennen

    Sodbrennen, saures Aufstoßen oder Übelkeit sind typische Symptome der Refluxkrankheit. Sie wird durch unsere „westliche“ Lebensweise durch Stress und falsche Ernährung begünstigt. Fett, Koffein, Zucker, Alkohol und Nikotin sind aus Sicht der Traditionellen Chinesischen Medizin Schleim produzierende und stark anfeuchtende Nahrungs- und Genussmittel. Die einen werden davon krank, die anderen nicht. Das liegt am individuellen Gesamtsystem. Verschiedene Mechanismen können an der Entstehung des Krankheitsbildes beteiligt sein.

    • Stress schlägt demnach auf die Leber und lässt sie nicht zur Ruhe kommen. Das führt zu einer dauerhaften Anspannung des Magens und des Darms.
    • Unverdauliches, sowohl bildlich als auch buchstäblich verstanden, schlägt auf die Milz. Der Nahrungsbrei wird nur unzureichend in den Darm befördert und blockiert den Magen. Das Ergebnis sind Völlegefühl und Sodbrennen.
    • Körperliche oder seelische Überanstrengung belastet die Nieren, die daraufhin dem Darm nicht genug Energie zur Verfügung stellen können. Auch eine überlastete Lunge kann zu Energieengpässen im Verdauungstrakt führen.

    Die genaue Behandlungsmethode wird anhand eines diagnostischen Gesprächs für jeden Patienten individuell zusammengestellt.

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    Akupunktur bei Sodbrennen

    Der Magensphinkter dichtet den Magen gegen die Speiseröhre ab und verhindert dadurch den Reflux von Magensäure  und Sodbrennen. Regt man einen bestimmten Akupunkturpunkt oberhalb des Handgelenks, den Neiguan Punkt, an, verbessert sich die Aktivität des Magensphinkters deutlich, wie australische Forscher zeigen konnten.

    Neiguan bedeutet „Passtor zum Inneren“. Dieser Punkt ist einer der wichtigsten im Kampf gegen Übelkeit und Reflux. Er stärkt Herz und Seele und sorgt dafür, dass uns nichts mehr auf den Magen schlägt. Damit hat er sich auch gegen Sodbrennen und andere Magenbeschwerden bewährt. Auch gegen Sodbrennen in der Schwangerschaft kann er helfen.

    Wie und wo wirkt Akupunktur?

    Nach fernöstlicher Vorstellung ist die Sache klar: Akupunktur wirkt regulierend auf den Energiefluss Qi ein. Die westlichen Schulmediziner geben sich mit dieser Erklärung nicht zufrieden und verstehen noch nicht, wie Akupunktur tatsächlich wirkt. Neuere Studien haben gezeigt, dass die Nadelstiche zur Freisetzung von stimmungsaufhellenden und schmerzlindernden Substanzen, wie Serotonin und Endorphinen, im Gehirn führen. Der Schmerzreiz im Gehirn muss aber nicht das Wesentliche an der Akupunktur sein. Es könnte sich auch um einen Nebeneffekt handeln. Diese Substanzen erklären nur die Linderung von Beschwerden, nicht aber deren Heilung.

    Frau auf Liege bei der Akupunktur gegen SodbrennenTrotzdem kann – außer bei Sodbrennen – Akupunktur noch gegen eine lange Liste verschiedener Störungen und Erkrankungen hilfreich sein. Dazu gehören besonders funktionelle Erkrankungen, die keine organische Ursache erkennen lassen. Magen-Darm-Störungen gehören zu dieser Kategorie, ebenso wie Herz-Kreislaufbeschwerden oder chronische Schmerzen. Auch Stress, Schlaflosigkeit, Energiemangel, hormonelle Störungen, Hautkrankheiten, Allergien oder Autoimmunkrankheiten lassen sich gut mit Akupunktur behandeln.

    Ein weiteres Einsatzgebiet der Akupunktur sind gynäkologische Probleme, wie Unfruchtbarkeit oder Übelkeit und Schmerzen während der Schwangerschaft, oder urologische Erkrankungen. Akupunktur wirkt gegen Kinderkrankheiten genauso wie gegen Altersbeschwerden.

    Nebenwirkungen und Gegenanzeigen

    Bei fachkundlicher Anwendung ist die Akupunktur nicht nur bei Sodbrennen eine sehr nebenwirkungsarme Therapie. An den Einstichstellen können sich aber Hämatome bilden. Wenn die Nadeln zu lange in der Haut verweilen, kann es zu Entzündungen kommen. Problematisch kann es auch werden, wenn die Nadeln nicht ordnungsgemäß sterilisiert sind. Manche Patienten neigen zu Schwindelanfällen oder Ohnmacht.

    Selbstverständlich muss eine Sodbrennen Akupunktur Behandlung von einem erfahrenen Therapeuten durchgeführt werden und sollte nur nach einer umfassenden Diagnose durch einen Arzt erfolgen. Bei manchen Erkrankungen wird von Akupunktur generell abgeraten. Bei schlechtem Allgemeinzustand oder akuten Verletzungen, infektiösen Krankheiten, bestimmten Nervenkrankheiten und Tumorerkrankungen ist Akupunktur keine geeignete Methode.

    Viele wissenschaftliche Studien belegen, dass Akupunktur über den Placebo Effekt hinaus nicht wirksam ist. Trotzdem hat die Weltgesundheitsorganisation eine Liste veröffentlicht, auf der sie Erkrankungen zusammenfasst, die erfolgreich mit Akupunktur behandelt werden können. So erfährt die Akupunktur doch eine gewisse Anerkennung, obwohl ihre Wirkungsweise oft angezweifelt und nicht verstanden wird.

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    In Zusammenarbeit mit:

    Dr. Evelyn Zientz

    Dr. Evelyn Zientz

    Arbeitete als Postdoc an der Universität Würzburg über die Charakterisierung von bakteriellen Endosymbionten aus dem Mitteldarmgewebe von Ameisen der Gattung Camponotus.
    Dr. Evelyn Zientz

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