Halsschmerzen durch Sodbrennen – Ursachen, Symptome und Behandlung

    Halsschmerzen sind Beschwerden, die regelmäßig vorkommen und gerade die kalte Jahreszeit begünstigt ihr Entstehen. Sie kommen zustande, weil sich Bereiche des Halses und des Kehlkopfes entzünden. Halsschmerzen können genauso gut Begleiterscheinungen von anderen Krankheiten sein. Schluckbeschwerden oder Hustenreiz sind weitere Folgen, wenn Halsschmerzen durch Sodbrennen ausgelöst werden.

    Der Hals hat wichtige Funktionen im menschlichen Organismus. Er leitet Luft in die Atemwege, trägt zur Stimmbildung bei und unterstützt bei der Abwehr von Krankheitserregern. Zahlreiche Muskelstränge, Nerven- und Blutbahnen die Gehirn und Rückenmark versorgen, laufen durch den Hals. Umso wichtiger ist es, dass dieser sensible Bereich gegen Entzündungen und andere Belastungen geschützt ist.

    Frau mit Halsschmerzen fasst sich an den Hals

    Zusammengefasst:

    Was können Ursachen für Halsschmerzen sein?

    Klassische Atemwegserkrankungen haben in vielen Fällen Erkältungen als Auslöser. Belastungen durch langes Reden oder intensives Singen können genauso Ursachen sein.

    In Zusammenhang mit Sodbrennen, sind Schmerzen im Hals nichts Ungewöhnliches. Sodbrennen wird durch gastroösophagealen Reflux, ausgelöst. Es ist ein brennender Schmerz in der Region des Brustbeins. Die Ursache ist zurückfließende Magensäure in die Speiseröhre. Am Übergang zwischen Magen und Speiseröhre liegt ein Schließmuskel und verhindert, dass Magensäure in die Speiseröhre gelangt. Ist die Funktionalität des Muskels gestört, fließen Teile dieser scharfen Säure in die Speiseröhre und führen zu Entzündungen.

    Welcher Zusammenhang besteht zwischen Halsschmerzen und Sodbrennen?

    Die Magensäure hat eine wichtige Aufgabe: Keime abtöten und Nahrungsbestandteile zur Verdauung aufbereiten. Im Magen beugt eine spezielle Schleimschicht vor, damit diese aggressive Flüssigkeit keinen weiteren Schaden anrichtet.

    In der Speiseröhre, Mund- und Rachenraum, den Atemwegen fehlt diese Schleimschicht. Die Organe sind dem Angriff nahezu schutzlos ausgeliefert.  Irritationen, Entzündungen, Gewebeschäden sind die Folge.

    Magensaft, und damit Magensäure, gelangt in die Atemwege, den Rachen- und Kehlkopfbereich, weil die Funktion der Schließmuskel am oberen und unteren Ende der Speiseröhre gestört ist. Die medizinische Bezeichnung ist Laryngopharyngealer Reflux (LPR).

    LPR geht in vielen Fälle mit Sodbrennen einher, die scharfe Säure löst Entzündungen aus, Halsschmerzen und Schluckbeschwerden sind die unangenehmen Begleiterscheinungen.

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    Steinplatte mit Honig, Tee und verschiedenen Kräutern

    Tee

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    Weshalb kommt es beim Sodbrennen zu Halsschmerzen?

    Die Ursachen liegen darin, dass Magensäure in den Kehlkopf, den Mund, Rachen und die Atemwege gelangt. Es ist eine hoch aggressive Säure, die im Magen wertvolle Arbeit leistet. Die sensiblen Organe der Speiseröhre und des Kehlkopfes werden durch diese Säure schwer geschädigt, da sie nicht über die gleiche Schutzhaut wie der Magen verfügen. Magensäure steigt auf, wenn die Schließmuskel, die den Magen von der Speiseröhre trennen, nicht korrekt funktionieren und die Organe gegeneinander abschließen.

    Das sind die klassischen Symptome der Refluxerkrankung:

    • Starkes Brennen im Brustraum (Sodbrennen)
    • Saures Aufstoßen
    • Schmerzen im Oberbauch
    Breitet sich die Erkrankung weiter aus, sind starker Husten am Morgen, Heiserkeit, Halsschmerzen und asthmaartige Anfälle weitere Auswirkungen. Die Gefahr ist, dass die Entzündung des Rachens und Kehlkopfes ohne diese klassischen Symptome einhergehen kann. In diesem Fall spricht man vom „stillen Reflux“, einem Symptom, das manchen Arzt in die Irre geführt hat.

    Wenn Magensäure in die Speiseröhre gelangt, können Halsschmerzen auftreten. Die aggressive Flüssigkeit greift die Schleimhäute an und kann Entzündungen verursachen. In vielen Fällen werden die Halsschmerzen nicht mit Sodbrennen in Verbindung gebracht. Durch eine Endoskopie kann der Arzt feststellen, warum man unter Sodbrennen leidet.

    Wenn Magensäure in die Speiseröhre gelangt können Halsschmerzen auftreten. Die aggressive Flüssigkeit greift die Schleimhäute an und kann Entzündungen verursachen. In vielen Fällen werden die Halsschmerzen nicht mit Sodbrennen in Verbindung gebracht. Durch eine Endoskopie kann der Arzt feststellen, warum man unters Sodbrennen leidet.

    Was kann man gegen Halsschmerzen durch Sodbrennen tun?

    Kartoffelsaft gegen Sodbrennen

    Milch oder Kartoffelsaft sind probate Hausmittel gegen Sodbrennen

    Wenn Halsschmerzen als Folge einer Reflux-Erkrankung diagnostiziert werden, dann wird entsprechend vorgegangen. In erster Linie sind es Vorbeugung und Vermeidung, die die Auswirkungen und Beschwerden lindern können:

    • fette und schwere Speisen vermeiden
    • kleinere Portionen über den Tag verteilt essen und Zeit für die Nahrungsaufnahme lassen
    • auf Nikotin und Alkohol verzichten
    • Kaffee und schwarzer Tee verursachen zusätzliche Säureproduktion im Magen
    • nach dem Essen und während der Nacht, den Oberkörper aufrichten
    Die therapeutischen Mittel, die die Schul-Medizin für Reflux bereithält, sind:
    • Protonenpumpenhemmer, sie vermindern die Produktion von Magensäure und sind unter Namen wie Pantoprazol oder Omeprazol in Apotheken erhältlich. Weniger Magensäure bedeutet in dem Fall weniger Rückfluss und damit eine geringere Entzündungswahrscheinlichkeit. Protonenpumpenhemmer können als langfristige Therapie eingenommen werden.
    • Antazida, Wirkstoffe, die Magensäure neutralisieren, sie weniger „sauer“ machen. Magensäure hat üblicherweise einen pH-Wert zwischen 1 und 1,5. Antazida sind Basen, die Säuren neutralisieren und erhöhen den pH-Wert im Magen. Antazida werden bei akuten Beschwerden eingenommen, für eine Langzeit-Therapie sind sie nicht zu empfehlen.

    Beide Medikamente wirken auf die Bildung und Zusammensetzung der Magensäure und lindern die Beschwerden von Reflux. Es geht damit zusätzlich eine Verlangsamung der Verdauung einher, die im Gegenzug Ursache für weitere Störungen sein kann.

    Schon gewusst?

    Durch eine Endoskopie und / oder eine Bestimmung des pH-Wertes der Magensäure kann der Arzt die Ursache für Sodbrennen feststellen.

    Welche Hausmittel gibt es gegen Halsschmerzen?

    Gegen Schmerzen in Hals, Rachen und Kehlkopf gibt es viele Hausmittel. Halsschmerzen durch Sodbrennen sind auf Magensäure zurückzuführen und es wird als erstes diese Ursache zu bekämpfen sein. Kurzfristig lindern natürliche warme Getränke, Honig und heilende Kräuter.

    Viele Hausmittel lindern die Symptome, aber die Wirkung ist von Mensch zu Mensch verschieden.

    Die Hausmittel „gesunde Lebensweise“ und „Vorbeugung“ sind bekannt. Ein kaum bekanntes Hausmittel gegen Reflux – Beschwerden ist Backpulver. Es ist eine schwache Base und enthält Natriumhydrogencarbonat zur Neutralisierung der Magensäure. Ein Päckchen in stillem Wasser gelöst und langsam getrunken puffert die Säure ab, der Magen beruhigt sich.

    Kalium schwächt ebenfalls die Magensäure ab und lindert die Beschwerden, die durch Reflux ausgelöst werden. Neben Stoffen, die die schützende Schleimhaut produzieren, ist in Bananen viel Kalium enthalten. Sie sind daher weitere probate Hausmittel.

    Von alters her wird Weißkohl- und Kartoffelsaft genommen, die beide eine entsäuernde Wirkung haben.

    Zusammenfassung Halsschmerzen Sodbrennen

    Halsschmerzen können durch rückfließende Magensäure aus der Speiseröhre entstehen. Die aggressive Flüssigkeit greift die Schleimhäute an und kann Entzündungen hervorrufen. In vielen Fällen werden die Halsschmerzen nicht mit Sodbrennen in Verbindung gebracht. „Stiller Reflux“ kann die Diagnose beeinflussen und dazu führen, dass Symptome bekämpft werden.

    Bleiben die Halsschmerzen über eine längere Zeit bestehen, ist ärztliche Hilfe angeraten. Durch eine Endoskopie und / oder eine Bestimmung es pH-Wertes der Magensäure kann die Ursache ermittelt werden. Eine entsprechende Therapie kann mit der klassischen Medizin oder mit alternativen Heilverfahren erfolgen.

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    Autor

    Dr. Joachim Grünbaum

    Leitender Arzt Gastroenterologie der Klinik Schlosspark in Grünberg. Neben mehr als 40 Jahren Erfahrung in der Praxis widmet Dr. Grünberg sich auch der Forschung im Bereich der Onkologie mit dem Schwerpunkt gastroenterologische Onkologie inkl. Misteltherapie.
    Dr. Joachim Grünbaum