Achalasie Patient lässt sich vom Arzt beraten

Achalasie als Auslöser für Sodbrennen

Diagnose: Achalasie! Es beginnt damit, dass unverdaute Nahrung zurückfließt. Gefolgt von Sodbrennen, Husten, saurem Aufstoßen. Zu Beginn wird falsche Ernährung und Lebensstil verantwortlich gemacht. Dann werden die Beschwerden und Symptome intensiver, massiver Schmerz im Brustkorb, eine Lungenentzündung schlägt sich dazu. Schluckbeschwerden führen dazu, dass Nahrung nur teilweise aufgenommen und verdaut wird.

Was ist unter Achalasie zu verstehen? Wie werden die Symptome erkannt? Wie kommt die Erkrankung zustande und welche Heilungschancen gibt es? Wie kann man vorbeugen?

Was ist Achalasie?

Bei Achalasie handelt es sich um eine Krankheit der Speiseröhre, deren Behandlung oft zu spät oder nicht zielgerichtet erfolgt. Sie wirkt sich aus, indem sich der untere Speiseröhrenmuskel nach dem Schlucken nicht öffnet. Die Speiseröhre insgesamt ist in ihrer Beweglichkeit gestört. Die Symptome sind Schluckbeschwerden (Dysphagie) und am Beginn Reflux (Rückfluss des unverdauten Speisebreis aus dem Magen, versetzt mit Magensäure) in die Speiseröhre.  Medikamente, mit denen die Behandlung anfänglich vorgenommen wird, erweisen sich als wenig nachhaltig.

Welche Ursachen gibt es für die Speiseröhrenverengung?

Es ist aktuell nicht bekannt, weshalb und wodurch Achalasie ausgelöst wird. Sie tritt ausgesprochen selten (bei 1 bis 3 Personen pro 100.000) im Alter zwischen 20 und 40 Jahren auf. Das Alter ist jedoch kein Schutz gegen den Ausbruch. Ältere Patienten können genauso betroffen sein und Achalasie wurde auch schon im Kindesalter diagnostiziert. Die Aufteilung zwischen den Geschlechtern ist annähernd gleich.

Achalasie wird schwer erkannt, weil sie nur selten auftritt. Sie kann lange vorhanden sein, bevor die ersten Behandlungen einsetzen. Mittlerweile wurden wirksame Therapien entwickelt, die zur Besserung und Beschwerdefreiheit bei den Patienten führen können.

Welche Symptome gibt es für Achalasie?

Die ersten Symptome sind Schmerzen im Brustkorb, Brennen in der Speiseröhre, Husten. Verursacht wird das durch den Rückfluss (Reflux, Regurgitation) des unverdauten Speisebreis.

Anfänglich sind es die Schluckbeschwerden (Dysphagie), welche die Nahrungsaufnahme erschweren. Das kann soweit führen, dass die Patienten zunehmend an Gewicht verlieren. Zu Beginn ist noch eher feste Nahrung betroffen. Im weiteren Verlauf geht es soweit, dass auch breiige und flüssige Nahrung nicht mehr geschluckt werden kann.

Wie kann ein Arzt Achalasie diagnostizieren?

Wenn der Verdacht auf Achalasie auftaucht, dann werden zur Abklärung folgende Untersuchungen durchgeführt:

  • Magenspiegelung (Gastroskopie): damit werden andere Erkrankungen ausgeschlossen, vor allem Speiseröhrenkrebs, der ähnliche Symptome zeigen kann
  • Breischluckuntersuchung: es wird die Aufweitung im Verlauf der Speiseröhre untersucht
  • Manometrische Endoskopie: die Funktionalität des unteren Schließmuskels wird gemessen, die Bewegungsfähigkeit der Speiseröhre untersucht

Die Gefahr ist, dass die Diagnose Achalasie durch den Arzt viel zu spät erfolgt. Die Störungen und Schmerzen (Schluckbeschwerden, Brennen in der Speiseröhre) werden dann anderen Ursachen zugeschrieben, die Symptome fehlinterpretiert. Erst eine funktionelle Diagnostik kann den Verdacht bestätigen oder entkräften.

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Welche Behandlung gibt es gegen Achalasie?

Zum Glück lässt sich Achalasie gut therapieren, nicht jedoch heilen. Es geht in erster Linie darum, den Reflux zu unterbinden. Dieser kann in der Speiseröhre schwere Schäden, bis hin zum Speiseröhrenkrebs verursachen. Die Therapien hängen stark vom Alter, Allgemeinzustand und bestehenden Krankheiten des Patienten ab:

Medikamente gegen Achalasie

Sie lindern kurzfristig die Beschwerden, der Druck auf den Speiseröhrenmuskel wird gesenkt. Der Effekt ist nicht nachhaltig es können Nebenwirkungen, wie Kopfschmerzen, Übelkeit, Herzrasen auftreten. In der Regel werden muskelentspannende / muskellähmende Wirkstoffe eingesetzt. Eine medikamentöse Therapie zeigt nur bei 10% der Patienten Wirkung.

Ballondehnung (Pneumatische Dilatation)

Wird angewandt bei Patienten, bei denen ein Operationsrisiko zu hoch ist. Für wenige Minuten wird das Gebiet um den unteren Speiseröhrenmuskel mit einem Ballon gedehnt, bis sich der Übergang zum Magen weitet und öffnet. Nach mehrmaliger Wiederholung macht sich eine Besserung bemerkbar.

Myotomie nach Heller

Wurde erstmals 1913 von Ernst Heller publiziert. Es handelt sich dabei um eine Muskelspaltung am Übergang der Speiseröhre in den Magen.

Laparoskopische Myotomie nach Heller (LHM)

Durch minimal-invasive Chirurgie im Wege der Laparoskopie (Bauchspiegelung) durchgeführte Myotomie.

Perorale endoskopische Myotomie (POEM)

Myotomie nach Heller auf rein endoskopischem Weg, als neuestes Verfahren, das wissenschaftlich erst zu bewerten ist.

Ösophagus Resektion

Die Behandlung erfolgt durch die Entfernung eines Teiles der Speiseröhre. Aktuell weniger angewandt, da die Heller Myotomie selbst bei weitem Fortschritt der Erkrankung beste Ergebnisse erzielt.

Symptome erkennen, Gesundheit erhalten

Die Medizin ist weit fortgeschritten, und doch leiden viele Menschen unerkannt an der Achalasie. Weil das Risiko daran zu erkranken gering ist, fehlen den Betroffenen die nötigen Informationen. Schmerzen in der Speiseröhre werden vom Arzt oft als Refluxkrankheit diagnostiziert, die Behandlung darauf abgestimmt. Mögliche negative Auswirkungen auf die Gesundheit des Patienten können die Folge sein.

Bei rechtzeitiger Behandlung ist Achalasie gut therapierbar, das Risiko ist gering. Menschen, die an Achalasie leiden, haben vermehrt und wiederkehrend Beschwerden wie Sodbrennen, saures Aufstoßen, Husten. Langfristig kann die Speiseröhre geschädigt werden. Schwere Erkrankungen, wie Speiseröhrenkrebs, können die Folge sein. Eine rechtzeitige Diagnose und Therapie beugt dem vor.

In Zusammenarbeit mit:

Dr. Joachim Grünbaum

Dr. Joachim Grünbaum

Leitender Arzt Gastroenterologie der Klinik Schlosspark in Grünberg. Neben mehr als 40 Jahren Erfahrung in der Praxis widmet Dr. Grünberg sich auch der Forschung im Bereich der Onkologie mit dem Schwerpunkt gastroenterologische Onkologie inkl. Misteltherapie.
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