Person mit starken Bauchschmerzen hält sich den Bauch

Gastritis und Sodbrennen – wie gegen schmerzhafte Entzündung der Magenschleimhaut vorgehen

Gastritis – mittlerweile ein Volksleiden. Scheinbar gehört es zum guten Ton mit diesem Leiden den Nachweis für permanente Belastung und Herausforderung im Beruf zu erbringen.  Der Lebens- und Ernährungsstil, die Kombination von Medikamenten und Nahrungsergänzungen sind eine Seite der Medaille. Stress, Alkohol, Rauchen steht auf der Rückseite. Die möglichen Folgen: Eine schmerzhafte Entzündung der Magenschleimhaut – Gastritis.

Was versteht man unter Gastritis?

Gastritis ist unter der Bezeichnung „Magenschleimhautentzündung“ besser bekannt. Die Magenschleimhaut kleidet den Magen aus und schützt ihn vor der aggressiven Magensäure. Sie kann akut beginnen und ins chronische Stadium wechseln, wenn sie übersehen wird.

Die chronische Variante bleibt lange unbemerkt. Sodbrennen, Völlegefühl, Aufstoßen oder leichte Schmerzen im Oberbauch werden auf verschieden Ursachen zurückgeführt. Tatsächlich kann eine chronische Gastritis in drei Varianten auftreten:

  • Typ „A“ ist auf ein gestörtes Immunsystem zurückzuführen (autoimmun)
  • Typ „B“ ist eine bakterielle Infektion mit dem Magenbakterium Helicobacter pylori
  • Typ „C“ wird chemisch, bspw. durch Medikamente ausgelöst

Erst eine Magenspiegelung mit Gewebeentnahme kann eine Diagnose absichern. Eine Therapie, die sich nach Art und Ursache der Entzündung richtet, darauf abstimmen.

Was kann man gegen Gastritis tun?

In erster Linie geht es um Lebensstiländerung. Wer ständig unter Hochspannung steht, muss sich der Gefahr bewusst sein, dass sich das auf die Verdauungsorgane schlägt. Ausgleich und Entspannung ist ein erster guter Schritt. Gesunde ausgewogene Ernährung ein zweiter. Wie oft hören wir die Aussage „das schlägt mir auf den Magen“? Verbaler Ausdruck eines Umstandes, der den Magen zumindest beunruhigt.

Lassen sie sich untersuchen, damit sie Gewissheit bekommen. Ihr Arzt wird ihnen auch die richtigen Empfehlungen für das weitere Vorgehen geben. Möglicherweise kann eine medikamentöse Therapie helfen, vielleicht ist die Kombination Lebensstiländerung und Medikamentierung wirksamer.

Was sind typische Symptome einer Gastritis?

Grafische Darstellung einer Gastritis und eines gesunden MagensGastritis kommt auf leisen Sohlen daher. Es kann mit Sodbrennen beginnen und mit saurem Aufstoßen. Der Druck im Bauch nimmt zu, Übelkeit, Appetitlosigkeit begleiten die Beschwerden. Anfänglich nach schwerem Essen und einer ausgiebigen Runde mit Freunden. Gutes Essen, Alkohol und schon in der Nacht häufen sich die Beschwerden.

War es ein einmaliger „Ausrutscher“, dann haben Sie jetzt etwas gelernt. Kommt es immer wieder, auch ohne Anlass, ist eine medizinische Abklärung unerlässlich. Erst ein Arzt kann die Diagnose bestätigen oder die Bedenken aus dem Weg räumen. Sie sollten auf alle Fälle „auf Nummer sicher gehen“. Oft reichen einige Tage Schonung, um die Gastritis wieder in den Griff zu bekommen. Mit der gezielten Unterstützung von Medikamenten kann die Produktion von Magensäure reduziert, oder ihre Wirkung neutralisiert werden. Damit wird der Heilungsprozess unterstützt, die Entzündungen klingen ab, das Sodbrennen und der schlechte Geschmack im Mund verschwinden schon nach kurzer Zeit.

Sodbrennen entsteht durch den Rückfluss der Magensäure in die Speiseröhre. Dort verursacht das Gemisch Verätzungen und Schädigungen an den Schleimhäuten. Durch die Entzündung der Magenschleimhaut kann es zu Verkrampfungen kommen, der Schließmuskel zwischen Speiseröhre und Magen öffnet sich und die Magensäure steigt auf.

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Welche Ernährung ist bei einer Gastritis zu empfehlen?

Glas Tee mit verschiedenen KräutersortenDiagnose: Gastritis. Wie kann der Magen wieder beruhigt werden, welche Ernährung ist zu bevorzugen?

  • Der erste Schritt ist Vermeidung. Lassen sie alle schädigenden Speisen und Getränke weg. Verzichten Sie auf Alkohol und Nikotin. Sparen sie an fettreichen Speisen und ersetzen sie alles durch „leichte Kost“. Kauen Sie gut, damit der Magen weniger Verdauungsarbeit leisten muss.
  • Eine gesunde und ausgewogene Ernährung ist für die Magenschleimhaut Balsam. Fettstoffreich mit wenig Ballaststoffen – langsam und in Ruhe gegessen – beruhigt neben dem Magen auch die Nerven.
  • Zusätzlich können mit bestimmten Teemischungen Magen und Magenschleimhaut beruhigt werden. Anis, Fenchel, Kümmel, Kamille haben sehr gute Wirkung. Pfefferminz und frischer Ingwer beruhigt und stärkt das Immunsystem.

Welche Medikamente helfen bei einer Gastritis?

Gegen Gastritis helfen zwei Medikamentengruppen, die – je nach Dosierung – rezeptfrei oder pflichtig in Apotheken erhältlich sind:

  • Protonenpumpenhemmer (PPI) / H2-Blocker vermindern die Produktion von Magensäure, Auf der bereits entzündeten Magenschleimhaut wird weniger Schaden angerichtet. Gleichzeitig lindern PPI / H2-Blocker die Beschwerden durch Sodbrennen, weil weniger Magensäure für den Rückfluss vorhanden ist. Speziell die H2-Blocker eignen sich für langfristige Therapien.
  • Antazida enthalten Wirkstoffe, die Magensäure weniger aggressiv machen. Sie bauen darauf, dass Basen Säuren neutralisieren. Die Aggressivität sinkt, die entzündeten Stellen können sich schnell erholen. Antazida sind für eine Behandlung von akut auftretenden Magenbeschwerden sehr hilfreich. Für eine langfristige Therapie können sie nicht empfohlen werden.

Tipps und Zusammenfassung Sodbrennen und Gastritis

Gastritis und Sodbrennen hängen oft zusammen. Eine Entzündung der Magenschleimhaut kann akut auftreten und unbehandelt einen chronischen Verlauf nehmen. Magenspiegelung und Gewebsentnahmen geben Gewissheit – eine ärztliche Begleitung unterstützt die richtige Therapie und Medikamentation.

Eine der hilfreichsten Maßnahmen sind die Änderung des Lebensstiles, die Umstellung der Ernährungsgewohnheiten. Stress sollte soweit als möglich aus dem Leben verbannt werden, Entspannungstechniken und Meditationen beruhigen neben Geist und Seele, auch den Körper.

Lassen Sie es künftig nicht zu, dass ihnen „etwas auf den Magen schlägt“.

In Zusammenarbeit mit:

Dr. Joachim Grünbaum

Dr. Joachim Grünbaum

Leitender Arzt Gastroenterologie der Klinik Schlosspark in Grünberg. Neben mehr als 40 Jahren Erfahrung in der Praxis widmet Dr. Grünberg sich auch der Forschung im Bereich der Onkologie mit dem Schwerpunkt gastroenterologische Onkologie inkl. Misteltherapie.
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