Besser schlafen mit einem Reflux Lattenrost

Bei einer bestehenden Reflux-Erkrankung dringt saurer Magensaft zurück in die Speiseröhre und verursacht dort unter anderem unangenehmes Sodbrennen und Schleimhautreizungen. Häufigster Grund dafür ist die Erschlaffung des Magenschließmuskels. Gerade im Liegen kann der Reflux verstärkt auftreten. Mit einer auf dieses Problem angepassten Lattenrost-Position können Sie dem nächtlichen Reflux gut entgegenwirken.

Zusammenfassung

  • In einer Liegeposition wird das Aufkommen von Reflux verstärkt.
  • Nächtlicher Reflux ist eine äußerst unangenehme Erkrankung, die dauerhafte Schädigungen an der Speiseröhre mit sich bringen kann.
  • Durch das gezielte Verstellen eines Lattenrostes lässt sich Reflux vermindern.
  • Achten Sie auf eine gleichmäßige Schräglage der gesamten Auflage, um eine gerade Wirbelsäule möglich zu machen.

Nächtliche Schlafprobleme und Reflux

Unser Magen produziert ständig Säure – auch in der Nacht. Wenn der Magenschließmuskel (der „funktionelle Sphinkter“) erschlafft ist und den Rückfluss der Magensäure in die Speiseröhre nicht mehr zuverlässig verhindert, haben die Betroffenen mit den Folgen zu kämpfen. In einer liegenden Position wird der Reflux-Effekt verstärkt, weil dann Magen und Speiseröhre in derselben Höhe sind. So kann viel mehr Magensäure zurückfließen. Erschwerend hierbei ist zusätzlich, dass in der liegenden Position der saure Magensaft längere Zeit in der Speiseröhre bleiben kann.

In verschiedenen Studien konnte eindeutig nachgewiesen werden, dass ein andauernder nächtlicher Reflux schneller Schäden und Entzündungen an der Speiseröhrenschleimhaut bewirkt als Reflux am Tag. Durch die nächtlichen Beeinträchtigungen mit Sodbrennen und saurem Aufstoßen wird die Schlafqualität beeinträchtigt. Wer davon betroffen ist, kennt die Symptome nur zu gut.

Reflux und schlechter Schlaf beeinflussen sich dazu noch gegenseitig: Nicht nur, dass der Reflux sich negativ auf den Schlaf auswirkt, der schlechte Schlaf führt auch zu stärkerem Reflux – ein Teufelskreis, den Sie unbedingt unterbrechen sollten!

Schon gewusst?

In der Nacht sind Betroffene von Reflux meist stärker belastet, weil es in der Nacht nichts gibt, um von den Beschwerden abzulenken. Alle Organe sind einen Ruhemodus versetzt und so können auch spät verspeiste Gerichte nicht so gut verdaut werden. Mit einer entspannten Schlafhaltung können Sie viel Linderung bei Reflux erreichen.

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Wie kann ein Lattenrost dem Reflux entgegenwirken?

In der Nacht sollte jeder möglichst ruhig und entspannt schlafen können. Gerade für bereits von einer Erkrankung betroffene Personen benötigen ausreichend erholsamen Schlaf, um sich regenerieren zu können und ihre Immunkräfte zu stärken. Damit dies auch Reflux-Patienten gelingt, haben Schlafberater sich ausführlich damit beschäftigt, wie mit einem Lattenrost dem Reflux-Mechanismus entgegengewirkt werden kann. Viele Ärzte empfehlen, in der Nacht den Oberkörper erhöht zu positionieren, damit die Magensäure rein physikalisch nicht so leicht in die Speiseröhre zurückfließen kann.

Dies gelingt leicht mit einer Hochstellung des Lattenrostes. Allerdings sollte diese richtig vorgenommen werden. Eine ungesunde Verbiegung und Abknickung des Oberkörpers stellt aus ergonomischer Sicht eine Belastung der Lenden- und Brustwirbelsäule dar. Im Idealfall sollten unter Reflux leidende Personen den gesamten Lattenrost vom Fußende ausgehend leicht schräg bis zum Kopfende stellen. Um dies zu erreichen, könnte der Kopfbereich mit einer mindestens drei Zentimeter hohen Leiste unterlegt werden, im Mittelteil ist ebenfalls ein etwas kleinere Leiste anzubringen, um damit eine Beschädigung der Seitenholme zu vermeiden.

Mit einer solchen Konstruktion kann eine gleichmäßige Schräglage des gesamten Körpers gelingen, das gilt in der Rücken- wie auch in der Seitenlage.

Ein einseitiges Abknicken eines Lattenrostes bewirkt eine ungünstige Wirbelsäulenstellung. Diese sollte immer möglichst gerade sein, um nicht noch zusätzliche Probleme mit dem Bewegungsapparat hervorzurufen.
Nicht nur mit einem angepassten Reflux Lattenrost ist eine Schrägstellung möglich. Auch indem Sie das gesamte Bett am Kopfende erhöht aufstellen, erreichen Sie diese Schräglage.

Eine Lösung des Problems ist, mit erhöhtem Oberkörper zu schlafen. Gut eingestellter Reflux Lattenrost kann bestimmten Problematiken, die vorwiegend nachts auftauchen, sehr effektiv entgegenwirken. Durch die erhöhte Position wird das Zurückfließen des Magensaftes in die Speiseröhre verhindert.

Schon gewusst?

Es gibt zwei Schlafpositionen, die den Reflux von Magensäure sogar noch verstärken. Die Rückenposition (wie oben beschrieben, ist dann der Magen auf gleicher Höhe wie die Speiseröhre) und die Schlafposition auf der rechten Seite: In dieser Stellung liegt die Speiseröhre sogar noch unterhalb des Magens. Allein durch die Schwerkraft fließt so noch mehr Magensäure zurück.

Um nächtlichen Reflux entgegen zu wirken, können Sie noch weitere Tipps beachten:

  • Auf der linken Seite schlafen, dann befindet sich der Magen etwas niedriger zur Speiseröhre.
  • Ein spezielles Refluxkissen ermöglicht ebenfalls, den Oberkörper etwas höher zu legen. Dann benötigen Sie kein zusätzliches Kissen mehr.
  • Nehmen Sie mindestens drei bis vier Stunden vor dem Schlafengehen keine große Mahlzeit mehr zu sich. Damit vermeiden Sie unangenehme Verdauungsprobleme.
  • Naschen Sie am Abend oder in der Nacht keine Süßigkeiten mehr! Der besonders hohe Zucker- und Fettanteil hat die verstärkte Produktion von Magensäure zur Folge.
  • Wenn Sie am Abend reichlicher essen, dann machen Sie danach einen Spaziergang. So sorgen Sie dafür, dass Ihr Magen schneller wieder entleert wird.
  • Leiden Sie unter stressbedingtem Reflux, dann sorgen Sie am Abend unbedingt für Ruhe, zum Beispiel durch Entspannungsübungen, ein heißes Bad oder ein gutes Buch.

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In Zusammenarbeit mit:

Dr. Joachim Grünbaum

Dr. Joachim Grünbaum

Leitender Arzt Gastroenterologie der Klinik Schlosspark in Grünberg. Neben mehr als 40 Jahren Erfahrung in der Praxis widmet Dr. Grünberg sich auch der Forschung im Bereich der Onkologie mit dem Schwerpunkt gastroenterologische Onkologie inkl. Misteltherapie.
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