Drei Frauen trinken Sekt

    Alkohol und Sodbrennen – wie ein schöner Abend schnell in schmerzhaftes Erwachen münden kann

    Ein schöner, unterhaltsamer Abend mit Freunden und ein späterer „Absacker“ in einer Bar. Man gönnt sich ja sonst nichts. Doch am Morgen. Nicht nur der Kopf brummt, es ist dieses Brennen in der Brust, das saure Aufstoßen, der unangenehme Geschmack im Mund. Immer das gleiche: Sodbrennen und ein schlechtes Gefühl im Magen. Das letzte Glas muss wohl schlecht gewesen sein. So oder ähnlich Empfindung am Morgen danach.

    Warum kommt es zu Sodbrennen?

    Das ist die grundsätzliche Frage. Sodbrennen kann temporär oder chronisch sein. In beiden Fällen ist aufsteigende Magensäure die Ursache. Medizinisch wird das als Reflux bezeichnet und steht für Rückfluss. Tatsächlich ist es so, dass Magensäure und halbverdaute Speisereste in die Speiseröhre und von dort weiter in den Mund- und Rachenraum zurückfließen.

    Der Rückfluss ist möglich, weil ein Muskel nicht richtig funktioniert. Es ist der Schließmuskel zwischen Speiseröhre und Magen, der ein „Aufsteigen“ der Magensäure verhindern soll. Ist dieser Muskel geschwächt, gelangt die aggressive Mischung in die Speiseröhre, wo sensible Schleimhäute in Mitleidenschaft gezogen werden. Kommt das öfter vor, dann sind Reizungen und Entzündungen die Folge. Geschwüre können entstehen, schwere Erkrankungen wie Speiseröhrenkrebs sind nicht auszuschließen.

    Wie entsteht Sodbrennen durch den Konsum von Alkohol

    Anstoßen mit SektAlkohol ist nur einer von vielen Verursachern des Rückflusses. Speziell im Zusammenwirken mit Nikotin ist das eine brandgefährliche Mischung. Alkohol hat die unangenehme Nebenerscheinung die Muskeln schlaffer zu machen. Darum steht jemand mit zu viel an Alkohol, nicht mehr sicher auf den Beinen. Die Muskeln verlieren ihre Stützwirkung.

    Davon nicht ausgenommen ist der Ösophagussphinkter, eben jener Schließmuskel, der den Rückfluss von Magensäure verhindern soll. Er wird schlaffer und im Zusammenhang mit der Lage im Bett, hat es die Magensäure leicht, ihren zugewiesenen Platz in Richtung Speiseröhre zu verlassen. Sie kann ihr zerstörerisches Werk beginnen. Sodbrennen und saures Aufstoßen sind die unangenehmen Begleiter in der restlichen Nacht und am Morgen, nach dem Erwachen.

    Was verstärkt Sodbrennen nach Alkoholgenuss?

    Es gibt eine Menge Empfehlungen, die Beschwerden zu lindern. Tausende Rezepte, garniert mit der Erfahrung aus Tausend-und-einer-Nacht, kursieren in den Weiten des Internets. Sehr oft tun sie genau das Gegenteil, sie verstärken die Symptome.

    Wenn das Malheur schon passiert ist, dann sollten folgende Speisen und Getränke gemieden werden. Sie belasten die ohnehin schon angegriffene Speiseröhre noch mehr:

    • der typische schwarze, starke Kaffee als Muntermacher
    • die üblichen Drinks für mehr Energie am Morgen danach und andere kohlensäurehaltigen Getränke
    • Schokolade, Süßigkeiten
    • das Muntermacher-Frühstück mit fettem, geröstetem Speck, Zwiebeln und vielen anderen scharfen gewürzten Sachen
    • der Biss in den sauren Apfel, oder die Zitronenscheibe auf der Bloody Mary
    • einen scharfen Korn oder ähnliches, der das Sodbrennen „wegbrennt“

    Also alles, was man am Morgen nach einer starken Nacht mit viel Alkohol nach allgemeinem Glauben konsumieren soll, macht Sodbrennen nur noch schlimmer. Weitgehendere Schäden, die sich in späten Jahren in schweren Erkrankungen manifestieren können, sind nicht ausgeschlossen.

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    Was kann die Beschwerden tatsächlich lindern?

    Wenn es nur eine Folge des „Ausrutschers“ der einen Nacht ist, dann gibt es erprobte Mittel, die helfen, den „Magen aufzuräumen“. Sodbrennen entsteht durch zu viel Magensäure in der Speiseröhre. Sie enthält viel Salzsäure, ist sehr aggressiv und für die sensible Schleimhaut der Speiseröhre „brandgefährlich“, im wahrsten Sinne des Wortes.

    Wirksame Mittel sind basisch und neutralisieren die scharfe Säure sehr schnell, sie wird weniger aggressiv.

    • Natron, der Klassiker, der schon Jahrhunderte die Dame, den Herrn von Welt von den Beschwerden feuchtfröhlicher Nächte befreit
    • Warmes Wasser in kleinen Schlucken getrunken, verdünnt die Säure und befördert sie wieder zurück in den Magen, wo sie hingehört
    • Kamillentee, ist einer der säurearmen Tees, die gleichzeitig auch beruhigen
    • Brot, ausgiebig gekaut, saugt Magensäure auf
    • das Kauen produziert mehr Speichel, der neutralisierend und verdünnend wirkt
    • einige Löffel mit rohem Sauerkraut können Wunder wirken
    • der gepresste Saft von rohen Kartoffeln (als Kartoffelpresssaft erhältlich) hilft ebenfalls bei akuten Anfällen

    Ist die Menge des Alkohols entscheidend für Sodbrennen?

    Alkohol kann Auslöser für Sodbrennen seinIn einem bestimmten Ausmaß wird es von der Menge abhängen. Verstärkung findet der Effekt durch andere Risikofaktoren für Sodbrennen:

    • Ganz zu Beginn steht der Lebensstil: Wenig Bewegung, Stress, Anspannung, Termindruck. Damit gehört Sodbrennen mit zu den klassischen „Life-Style-Erkrankungen“ und damit beinahe schon zum guten Ton. Insgesamt für die Verdauung wenig förderlich und Auslöser von Krankheiten, die sich erst in späteren Jahren manifestieren.
    • Nikotin und Alkohol verstärken die Symptome und tragen nicht zur Linderung bei
    • Fettes und üppiges Essen belastet den Verdauungsapparat, Fett wirkt entspannend auf den Schließmuskel.
    • Übergewicht belastet den Organismus, die Organe werden bei jeder Bewegung verschoben, der Schließmuskel kann sich unter dem Druck öffnen.

    Werden die ersten Symptome nicht beachtet und vermehrtes Auftreten von Sodbrennen und saurem Aufstoßen negiert, sind spätere, schwerere Erkrankungen nicht ausgeschlossen.

    Tipps und Zusammenfassung: Sodbrennen von Alkohol

    Sodbrennen ist auf dem besten Weg eine Zivilisationserkrankung zu werden. Ungesunder Lebensstil, wenig Erholungspausen, ungesunde Ernährung sind die klassischen Unterstützer für diese Beschwerden und können in einem schmerzhaftes Erwachen münden.

    Bleiben sie unbeachtet, werden falsch und nur auf das Symptom bezogen behandelt, können sie in späteren Jahren zu schweren Gesundheitsschäden führen. Speiseröhrenkrebs, Magenkrebs und schwerste entzündliche Erkrankungen können die oft unheilbaren Folgen sein.

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    In Zusammenarbeit mit:

    Dr. Joachim Grünbaum

    Leitender Arzt Gastroenterologie der Klinik Schlosspark in Grünberg. Neben mehr als 40 Jahren Erfahrung in der Praxis widmet Dr. Grünberg sich auch der Forschung im Bereich der Onkologie mit dem Schwerpunkt gastroenterologische Onkologie inkl. Misteltherapie.
    Dr. Joachim Grünbaum

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