Apfelessig bei Sodbrennen nutzen

    Apfelessig als Mittel gegen Sodbrennen

    Apfelessig ist uraltes Kulturgut und hat erstaunlich viele Einsatzgebiete und Wirkungen. Schon die alten Griechen, Römer, Babylonier, Israeliten oder Ägypter schätzten Apfelessig schon vor Jahrtausenden auch wegen seiner medizinischen Wirkungen. Da verwundert es nicht, dass das Allroundtalent Apfelessig Sodbrennen ebenso bekämpft oder zu vermeiden hilft wie eine lange Reihe anderer gesundheitlicher Probleme.

    Die Inhaltsstoffe von Apfelessig

    Apfelessig ist wegen seiner Vielfalt an Inhaltsstoffen so wertvoll. Er enthält etwa fünf Prozent Essigsäure und andere organische Säuren, die der Stoffwechsel der beteiligten Mikroorganismen hinterlassen hat. Außerdem ist er reich an Vitaminen und Mineralstoffen. Eigentlich enthält er alles, was schon der Apfel hatte und ist um die Zugaben des mikrobiellen Stoffwechsels bereichert. Darüber hinaus enthält Apfelessig noch Aminosäuren, sekundäre Pflanzenstoffe in Form von Flavonoiden und die Gerbsäure Tannin.

    So lindert Apfelessig Sodbrennen

    Apfelessig hält gleich mehrere Waffen im Kampf gegen Sodbrennen bereit.

    Apfelessig ist basisch

    Trotz seines sauren Geschmacks zählt Apfelessig zu den basischen Lebensmitteln. Apfelessig ist sehr mineralstoffreich. Er enthält, ähnlich wie Kartoffelsaft, basische Mineralien, die einen Überschuss an Magensäure ausgleichen können, indem sie OH- – Ionen produzieren und den pH- Wert anheben. So kann Sodbrennen verhindert werden.

    Apfelessig wirkt antibakteriell

    Die Essigsäure verleiht dem Apfelessig antibakterielle Kraft. Sie hilft, im Darm Fäulnis erregende Bakterien zu vertreiben und optimiert dadurch die Darmflora. Auch im Magen können Keime überleben. Bakterien der Spezies Helicobacter pylori leben in der Magenschleimhaut und sind an den Magenbeschwerden, die oft auch mit Sodbrennen einhergehen, nicht unbeteiligt. Die antibakterielle Wirkung von Essigsäure ist eine der wenigen wissenschaftlich belegten Effekte von Apfelessig. Auch das im Apfelessig enthaltene Tannin wirkt antibakteriell.

    So wird der Saft zu Essig:

    Die Umwandlung von Saft zu Essig verläuft in zwei Phasen an denen sehr unterschiedliche Mikroorganismen beteiligt sind. Im ersten Schritt wird der Zucker aus den Früchten von Hefen zu Alkohol (Ethanol) und Kohlendioxid vergoren. Hefen sind kleine, einzellige Pilze. Anschließend setzen Essigsäurebakterien den Ethanol unter Beteiligung von Luftsauerstoff zu Essigsäure und Wasser um.

    Apfelessig reduziert die Produktion von Magensäure

    Die Säure des Apfelessigs hemmt die Produktion von Magensäure, indem sie in die hormonelle Regulation der Freisetzung der Magensäure eingreift. Gastrin ist ein Hormon des Magen-Darm-Traktes. Es stellt einen starken Reiz auf die Freisetzung von Salzsäure dar, indem es an Oberflächenstrukturen der Belegzellen der Magenschleimhaut bindet und die Säureproduktion steigert. Cholecystokinin (CKK) ist ein sehr ähnliches Hormon, das in der Lage ist, an die selben Strukturen zu anzudocken und Gastrin aus der Bindung zu verdrängen. Daraufhin sinkt die Produktion von Magensäure und Sodbrennen kann so verhindert werden. Die Essigsäure aus dem Apfelessig stimuliert die Produktion von CKK und reduziert dadurch die Säurebildung im Magen.

    Es handelt sich hierbei um eine schlüssige Hypothese, der aber noch wissenschaftliche Belege fehlen, ob Sodbrennen durch Apfelessig wirklich verhindert werden kann.

    Andere Experten sind nämlich der Meinung, dass es sich mit der Säurewirkung von Apfelessig bei Sodbrennen genau umgekehrt verhält und die Essigsäure die Produktion der Verdauungssäfte anregt. Nach ihrer Meinung leiden Patienten wegen eines Mangels, nicht einem Überschuss an Magensäure, an Sodbrennen und Völlegefühl und die Säuregabe erleichtert dem Magen die Verdauungsarbeit. Dagegen spricht, dass Apfelessig weniger sauer ist und einen höheren pH Wert hat als beispielsweise Weinessig.

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    Eine Studie belegt: Bei Sodbrennen Apfelessig

    Die Wirksamkeit von Apfelessig gegen Sodbrennen wurde in einer (Placebo-kontrollierten, randomisierten, doppelblinden ) Studie der Arizona State University untersucht. Den Probanden wurde ein scharfes Chiligericht serviert. Eine Gruppe unternahm nichts gegen das drohende Sodbrennen, eine Gruppe nahm ein gängiges Antazidum zur Neutralisierung der Magensäure ein ein und einer letzten Gruppe wurde etwas Apfelessig unter das Essen gemischt oder sie nahm nach der Mahlzeit ein Glas verdünnten Apfelessig ein.

    Es stellte sich heraus, dass bei Sodbrennen Apfelessig ähnlich wirksam ist wie ein Antazidum. Denn die Apfelessig-Gruppe hatte ebenso wenig Probleme mit Sodbrennen wie die Medikamenten-Gruppe

    Was kann man tun um mit Apfelessig Sodbrennen zu lindern?

    Auf keinen Fall soll man den Apfelessig unverdünnt trinken, denn dann drohen Verätzungen der Speiseröhre, vor allem, wenn bei Sodbrennen die Speiseröhre ohnehin schon angegriffen ist. Die Säure kann auch die Zähnen angreifen. Am besten verdünnt man ein bis zwei Esslöffel Apfelessig in einem Glas Wasser. Nach Beliegen kann man das Getränk noch mit Honig süßen. Davon trinkt man täglich ein bis drei Gläser vor den Mahlzeiten.

    Apfelessig ist in verschiedenen Varianten erhältlich. Als Hausmittel gegen Sodbrennen muss der Apfelessig höchste Qualitätsansprüche erfüllen, denn nur dann enthält er alle wirksamen Inhaltsstoffe.

    Achten Sie drauf, dass

    • der Essig aus ganzen reifen Früchten in Bioqualität hergestellt wird
    • die Säure natürlich gewonnen wird
    • der Essig während des Herstellungsprozesses nicht erhitzt wird
    • der Essig naturtrüb ist, also Bestandteile der Essigmutter und damit lebende Essigsäurebakterien enthält

    Gängiger Apfelessig aus dem Supermarkt wird dagegen nur aus Apfelresten wie zum Beispiel Schalen oder Pressrückständen hergestellt und die Essigsäure künstlich zugesetzt. Er enthält keine wertvollen Inhaltsstoffe.

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    Dem Apfelessig werden so unglaublich viele positive Wirkungen auf unsere Gesundheit nachgesagt, dass es sich lohnt, auch ohne Sodbrennen Apfelessig in die tägliche Ernährung aufzunehmen, zum Beispiel in Form einer leckeren Schorle aus Grüntee, Apfelessig und Honig.

    Verwenden Sie also nur naturtrüben Bio-Apfelessig aus der Glasflasche. Wenn Sie ganz sicher sein wollen, was die Qualität angeht, können Sie den Essig mit ein wenig Geduld auch selbst herstellen. Auf keinen Fall sollten Sie auf fertige Apfelessigpräparate in Tabletten- oder Pulverform zurückgreifen. Die sind in der Regel wirkungslos.

    So können Sie Apfelessig selbst herstellen:

    Im Idealfall entsaften Sie sonnengereifte Bioäpfel und vergären den Saft zu Apfelwein. Die dazu erforderlichen Hefen befinden sich praktischerweise schon auf den Früchten. Um Fehlgärungen auszuschließen ist es aber sinnvoll, Hefe zuzusetzen. Reinzuchthefe ist dabei die beste Wahl. Verwenden Sie keine Backhefe, die kann das zwar auch, produziert aber ein übel schmeckendes Getränk. Der Bodensatz einer vorsichtig geleerten Flasche Federweißer ist ideal für diesen Zweck. Füllen Sie die leere Flasche einfach mit Apfelsaft auf und lassen die offene Flasche ein paar Tage stehen. Sie können auch Reinzuchthefe aus dem Fachhandel verwenden. Sie sehen an den kleinen Gasbläschen, die aufsteigen, dass die Gärung eingesetzt hat. Nach wenigen Tagen ist der Most fertig.

    Die Essigsäurebakterien benötigen Sauerstoff für ihre Aktivität. Füllen Sie den Most deshalb in ein flache Schale mit einer möglichst großen Oberfläche. Die Essigsäurebakterien siedeln sich dann von ganz allein an. Aber auch hier ist es nicht schlecht, mit ein paar Tropfen lebender Essigsäurebakterien, zum Beispiel aus nativem Bioessig, nachzuhelfen.

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    In Zusammenarbeit mit:

    Dr. Evelyn Zientz

    Dr. Evelyn Zientz

    Arbeitete als Postdoc an der Universität Würzburg über die Charakterisierung von bakteriellen Endosymbionten aus dem Mitteldarmgewebe von Ameisen der Gattung Camponotus.
    Dr. Evelyn Zientz

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