Frau hält Zigarette in der Hand und atmet Rauch aus

    Sodbrennen – warum Rauchen es begünstigt und wie man sich dagegen schützen kann

    Der sogenannte „blaue Dunst“ wird für eine ganze Menge von Erkrankungen und Störungen der Körperfunktionen verantwortlich gemacht. Contra Argumente füllen die Medien. Tatsache ist: Nikotin ist ein Nervengift und auch die übrigen Inhaltsstoffe der „Glimmstängel“ verdienen nicht das Prädikat „ausnehmend gesund“.

    Was ist Sodbrennen und welche Ursachen hat es?

    Sodbrennen äußert sich in brennenden Schmerzen hinter dem Brustbein. In vielen Fällen wird es begleitet von „saurem Aufstoßen“, bitterem Mundgeschmack. Eine Störung der Atemfunktion ist ebenso wenig auszuschließen, wie das Würgen von Nahrungsresten. All das wird häufig durch Magensäure und teilweise unverdaute Speisereste ausgelöst. Bedingt durch einen dysfunktionalen Schließmuskel fließt sie vom Magen in die Speiseröhre, teils in den Rachenraum und die Atemwege zurück. Man spricht von Reflux und gastroösophagealer Refluxerkrankung.

    Mann im Büro, mit Brennen in der Speiseröhre fast sich an den Hals

    Die Magensäure ist eine für die Verdauung wichtige und erforderliche Komponente. Sie zersetzt die Nahrung und schützt gleichzeitig den Organismus vor schädlichen Bakterien. Da sie hauptsächlich aus Salzsäure besteht, ist sie äußerst aggressiv und ätzend. Der Magen ist durch eine spezielle Schleimschicht gegen diese auflösenden Tendenzen der Säure gesichert. Die Speiseröhre dagegen ist den Angriffen ungeschützt ausgesetzt.Durch den Rückfluss der Magensäure (Reflux) kommt es zu Verätzungen und Verletzungen der sensiblen Schleimhäute der Speiseröhre. Wenn das Leiden chronisch ist, sind schwere Erkrankungen, wie bspw. Speiseröhrenkrebs, nicht auszuschließen.

    All das ist die Folge, dass der Schließmuskel, der die Speiseröhre vom Magen trennt (Ösophagussphinkter), nicht ordnungsgemäß funktioniert. Die Säure kann vom Magen aufsteigen.

    Was hat Sodbrennen mit Rauchen zu tun?

    In einer Zigarette befinden sich neben dem Nervengift Nikotin noch eine Menge anderer Zusatzstoffe, die insgesamt den Organismus schädigen können. Das fatale am „blauen Dunst“ ist, dass die Auswirkungen erst später zu merken sind. Darum wird Sodbrennen fast nie mit Rauchen in Verbindung gebracht, weil es erst später oder in der Nacht einsetzt. Teer, Nikotin und Kohlenmonoxid belasten Blutkreislauf, Atemwege und Lunge. Als Nervengift wirken Teile davon lähmend auf die Arbeit von Muskeln, wie beispielsweise auf den Schließmuskel zwischen Magen und Speiseröhre. Falls dieser in seiner Funktion ohnehin eingeschränkt ist, verstärkt der durch die Zigarette eingeatmete giftige Cocktail, diese Dysfunktion noch mehr. Durch Rauchen begünstigt, fließt Magensäure in die Speiseröhre zurück was zu Sodbrennen und auf Dauer zu weiteren Schädigungen führen kann.

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    Wie genau wird Sodbrennen durch Rauchen ausgelöst?

    Das Rauchen bringt noch einige Andere Auswirkingen mit sich. Das ist vorerst die Reduktion des Speichelflusses. Speichel legt sich im Regelfall als Schutzfilm über die Schleimhäute der Speiseröhre. Weniger Speichel, bedeutet weniger Schutz. Säuren können durch basische Zusatzstoffe in ihrer Wirkung neutralisiert werden. Speichel wird durch Nikotin weniger basisch, die neutralisierende Wirkung auf die Magensäure geht zurück.

    Und zu guter Letzt, werden mit dem Speichel die Giftstoffe des „Glimmstängels“ in die Speiseröhre und den Magen befördert. Zusätzliche Reize für die Speiseröhre kommen hinzu und verstärken die Symptome. Der Magen rebelliert und durch den ohnehin eingeschränkt wirkenden Schließmuskel, fließt noch mehr Magensäure zurück.

    Hängt Sodbrennen von Alkohol ab?

    Entgegen einer weitverbreiteten Meinung ist das „Glas Korn“ nach dem Essen der Verdauung wenig förderlich. Im Gegenteil sorgt der Alkohol, ebenso wie das Rauchen, für eine Erschlaffung der Muskeln. Da Alkohol für den Organismus ungesund ist, wird mehr Magensäure produziert, um ihn möglichst rasch unschädlich zu machen. Mehr Säure, bedeutet mehr Rückfluss und damit schließt sich der Kreis. Wenn dann noch die Belastung durch Teer, Kohlenmonoxid und Nikotin hinzukommt, verstärken sich die negativen Aspekte. Da Raucher beim Genuss von Alkohol oft häufiger zur Zigarette greifen entsteht hier ein nicht zu unterschätzendes Risiko.

    Wie kann ich mich vor Sodbrennen durch Rauchen schützen?

    Das ist eine Frage mit einer einfachen Antwort: Hören sie zu rauchen auf! Klar, das ist leichter gesagt als getan. Viele versuchen es und schaffen es doch nicht. Wenn auf die Zigarette schon nicht verzichtet werden kann, dann sollte an der Rauchgewohnheit selbst etwas geändert werden:

    • Reduzieren Sie auf die Hälfte des täglichen Zigarettenkonsums
    • Machen Sie keine tiefen Züge und lassen sie weniger Rauch in die Lunge und die Speiseröhre vordringen
    • Spülen Sie nach dem „Genuss“ der Zigarette Mund- und Rachenraum gut aus, um die Giftstoffe auszuschwemmen (aber bitte nicht mit Alkohol)
    • trinken Sie Kamillen- oder Melissen Tee, mäßig warm, in kleinen Schlucken
    • Kaugummi erhöht durch das Kauen die Speichelproduktion, die Speiseröhre wird besser geschützt

    Tipps und Zusammenfassung Rauchen und Sodbrennen

    Sodbrennen wird kaum mit dem Rauchen in Verbindung gebracht, weil die Beschwerden erst später auftreten. Der kausale Zusammenhang wird nicht hergestellt. Tatsächlich wirken sich die schädlichen Inhaltsstoffe auf die Muskelfunktion, die Bildung von Magensäure und den Rückgang der Speichelproduktion aus. Alles Komponenten, die die Entstehung und die Auswirkungen von Sodbrennen begünstigen. Der beste Weg diese Beschwerden zu mildern, ist künftig auf das Rauchen zu verzichten. Keinesfalls sollte auf die Kombination von Alkohol und Nikotin gesetzt werden, dadurch kann eine Verstärkung der Beschwerden eintreten.

    Setzen Sie bei länger anhaltenden Beschwerden auf die Unterstützung durch einen Arzt.

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    In Zusammenarbeit mit:

    Dr. Joachim Grünbaum

    Dr. Joachim Grünbaum

    Leitender Arzt Gastroenterologie der Klinik Schlosspark in Grünberg. Neben mehr als 40 Jahren Erfahrung in der Praxis widmet Dr. Grünberg sich auch der Forschung im Bereich der Onkologie mit dem Schwerpunkt gastroenterologische Onkologie inkl. Misteltherapie.
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