Aufstoßen – ganz natürlich, oder?

    Jeder muss dann und wann aufstoßen. Da ist nichts unhöfliches oder ekliges dabei, denn es handelt sich um einen ganz natürlichen Vorgang. Luft entweicht aus dem Magen, indem sie den Weg durch die Luftröhre nimmt. Für den Organismus ist es wichtig, dass die Luft entweichen kann. Ist man alleine, stellt das Aufstoßen kein Problem dar. In Gesellschaft hingegen kann es leicht peinlich werden, auch wenn es natürlich ist. Sie haben neben dem Aufstoßen noch weitere Symptome, die damit einhergehen, wie beispielsweise Sodbrennen? Dann sollten Sie sich von einem Arzt eingehend untersuchen lassen.

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    Zusammengefasst:

    Was versteht man unter „Aufstoßen“?

    Wie bereits erwähnt, ist das Aufstoßen an sich ein ganz natürlicher Vorgang. Bei jedem Schluckvorgang kann es passieren, dass ein wenig Luft in den Magen gelangt. Zudem entsteht beim Verdauungsvorgang im Magen ebenfalls Luft. Insbesondere bei blähenden Nahrungsmitteln und sehr fettigen Speisen kann dies passieren. Zudem sind kohlensäurehaltige Getränke, Kaugummi kauen und rauchen zu nennen. Sie alle erhöhen den Luftanteil im Magen. Diese Luft wird entweder mit dem Verdauungsbrei in den Darm weitergeleitet oder aber versucht, den Magen in Richtung Speiseröhre wieder zu verlassen. Dies ist leider aufgrund des für gewöhnlich fest schließenden Schließmuskels am oberen Ende des Magens nicht immer möglich. Baut sich jedoch ausreichend Druck auf, öffnet sich der Schließmuskel und entlässt die Luft in die Speiseröhre. Leider geschieht dies oftmals auch mit Beteiligung von Magensäure. Man spricht dann vom sauren Aufstoßen oder Sodbrennen.

    Bis zu einem gewissen Grad gehört das Ablassen von Luft aus dem Magen- und Darmbereich zur normalen Funktion eines gesunden Organismus. Es ist jedoch darauf zu achten, dass beide Aktionen nicht Überhand nehmen. Auch sollte stets darauf geachtet werden, dass keine weiteren Symptome oder Erscheinungen mit erhöhtem Aufstoßen einhergehen. Hierzu können Magen- oder Darmschmerzen, undefinierbare Bauchschmerzen, ÜbelkeitDurchfall oder auch Schwindel und Kreislaufprobleme gehören. In diesen Fällen ist auf jeden Fall ein Arzt zu Rate zu ziehen.

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    Wie kann ständiges Aufstoßen vermieden werden?

    Um diese Frage konkret beantworten zu können, wäre es notwendig, die konkrete Ursache für das Aufstoßen zu kennen. Hängt es zum Beispiel mit dem vermehrten Verzehr von Hülsenfrüchten zusammen, wäre die logische Schlussfolgerung, diese Nahrungsmittel einzuschränken. Alternativ könnten Kräuter wie Koriander, Kümmel und Fenchel vermehrt zum Einsatz kommen, um die Luft natürlich abzuführen. Passen sie nicht zum gewünschten Gericht, können sie auch als Tee eingenommen werden. Um das Aufstoßen bestmöglich zu vermeiden, sollte der Tee über den Tag verteilt werden. Man spricht von drei bis vier mittelgroßen Tassen pro Tag. Es versteht sich von selbst, dass die Kräuter am besten wirken, wenn der Tee ungesüßt eingenommen wird. Zudem ist es empfehlenswert, die Mahlzeiten gut über den Tag zu verteilen und den Magen nicht zu überladen. Je kleiner die Mahlzeiten sind, desto besser klappt die Verdauung. Hat man sich den Magen jedoch vollgestopft, dauert der gesamte Prozess länger.

    Je länger er dauert, desto eher können die gefürchteten „Winde“ entstehen, die sich entweder in die eine oder andere Richtung einen Weg ins Freie suchen. Und leider nimmt die Luft bei diesem Aufwärtsdrängen auch manchmal Magensäure mit, wodurch Sodbrennen entsteht. Kommt dies häufiger vor, kann das Sodbrennen sich als chronisches Leiden manifestieren.

    Um der Ursache auf den Grund zu kommen, kann es von Vorteil sein, wenn man sich notiert, wann es zu einem vermehrten Aufstoßen kommt. Egal, ob man mit naturheilkundlichen Mitteln, Hausmitteln oder einem Präparat vom Arzt gegen das häufige Aufstoßen angehen möchte, ist es wichtig, die näheren Umstände zum vermehrten Entstehen der Luft im Magen zu kennen. Nur wer die Ursachen kennt, kann das Problem endgültig abstellen oder durch eine Therapie mit gängigen Mitteln zumindest minimieren. Oft kann häufiges Aufstoßen durch Sodbrennen erklärt werden. In diesem Fall ist es von großer Wichtigkeit herauszufinden weshalb es zum Sodbrennen kommt. Denn legt sich das Sodbrennen, sollte sich auch das häufige Aufstoßen legen.

    Das Aufstoßen ist bis zu einem gewissen Grad eine normale Funktion eines gesunden Organismus. Treten allerdings zusätzlich noch Sodbrennen oder andere unangenehme Begleiterscheinungen auf, sollte ein Arzt zu Rate gezogen werden. Weitere unangenehme Begleiterscheinungen können beispielsweise Magen- oder Darmschmerzen, undefinierbare Bauchschmerzen und Übelkeit sein.

    Das Aufstoßen ist bis zu einem gewissen Grad eine normale Funktion eines gesunden Organismus. Allerdings treten zusätzlich noch Sodbrennen oder andere unangenehme Begleiterscheinungen auf, sollte ein Arzt zu rate gezogen werden. Weiter unangenehme Begleiterscheinungen können beispielsweise Magen- oder Darmschmerzen, undefinierbare Bauchschmerzen und Übelkeit sein.

    Welche Ursachen für Aufstoßen gibt es?

    Wenn das Aufstoßen ungewöhlich häufig vorkommt und andere Begleiterscheinungen auftauchen, sollte ein Arzt konsultiert werden.

    • Nahrung: Verschiedene Nahrungsmittel führen während des Verdauungsprozesses zu vermehrter Luftbilung durch Gärung. Hierzu gehören sämtliche Hülsenfrüchte und so ziemlich alle Kohlsorten. Individuell können aber auch Produkte dazu gehören, auf die leicht allergisch, bzw. sehr intensiv reagiert wird. Bei dem einen sind es Milchprodukte, bei dem nächsten Zucker und wieder andere reagieren auf verschiedene Getreidesorten. Wer sich intensiv mit seiner Nahrung auseinandersetzt, wird schnell herausfinden, was ihm übel mitspielt. Übrigens können auch Getränke wie Kaffee und Produkte, in denen Hefe verarbeitet wurde, dazu gehören. Letztere können etwa durch Produkte, in denen ausschließlich Backpulver verbacken wurde, ersetzt werden. Grundsätzlich gilt: Stellen Sie ein vermehrtes Aufstoßen nach dem Essen fest, ist es an der Zeit, sich die persönlichen Essgewohnheiten einmal genauer anzuschauen.
    • Rauchen: Jeder Raucher weiß es, zumindest unbewusst, wird es aber vermutlich aufgrund seiner Sucht nach dem Rauchen abstreiten. Beim Rauchen wird Luft geschluckt, die sich dann im Verdauungstrakt befindet und einen Weg nach Draußen sucht.
    • Medikamente: Es gibt verschiedene Medikamente, die für andere, gesundheitliche Probleme eingenommen werden müssen, die die Verdauung durcheinanderbringen können. Unter anderem gehören Psychopharmaka zu diesen Präparaten. Sie verlangsamen die Muskulatur, was letztlich dazu führt, dass der obere Schließmuskel des Magens seine Aufgabe nicht hundertprozentig erledigen kann. Ist dies die Ursache des häufigen Aufstoßens, ist es an der Zeit, sich mit dem Arzt zusammen zu setzen und nach einer Lösung zu suchen.
    • Magenerkrankungen: Auch eine generelle Erkrankung des Magens kann zu vermehrtem Aufstoßen, auch saurem Aufstoßen und Sodbrennen führen. So kann eine Gastritis, akut oder auch chronisch, der Auslöser sein. Um dies genau diagnostizieren zu können, ist eine Magenspiegelung angeraten. Sie gibt konkret Aufschluss darüber, was sich im Magen abspielt. Danach kann über den Behandlungsweg entschieden werden.
    • Tumore oder Gewebsbildungen im Verlauf des Verdauungstraktes: Insbesondere wird hierbei an die Speiseröhre gedacht. In diesem Falle würde sich neben dem Aufstoßen auch Magensäure bzw. Essensreste bemerkbar machen, die nicht mehr im Magen gehalten werden können. Es ist eine individuelle Erkrankung, die einer individuelle Vorgehensweise bedarf.
    • Schwangerschaft: Viele Frauen kennen dieses Problem während des Schwangerschaftsverlaufes. Der Fötus wächst und nimmt immer mehr Platz in der Bauchhöhle ein. Dadurch wird von unten her Druck auf den Magen ausgeübt. Sehr oft bleibt es nicht beim reinen Aufstoßen. In diesem Fall gibt es keine hundertprozent wirksame Therapie. Es gilt, sich mit Kräutertee (Anis, Kümmel, Fenchel, Koriander) so gut wie möglich der Luft zu entledigen. Wirklich Hilfe gibt es erst mit dem Zeitpunkt der Geburt. Hält das Problem auch nach der Schwangerschaft weiter an, sollte man sich ein wenig Zeit geben. Es besteht durchaus die Option, dass der obere Schließmuskel des Magens durch die Dauerbelastung ein wenig überdehnt ist und sich erst einmal wieder in aller Ruhe zusammenziehen muss.

    Schon gewusst?

    Die Verdauung klappt normalerweise besser, wenn man kleinere Mahlzeiten zu sich nimmt. Nimmt man viel Nahrung auf, dauert die Verdauung länger und Aufstoßen ist wahrscheinlicher.

    Aufstoßen, auch wenn es ein natürlicher Vorgang ist, ist uns heute eher unangenehm. Mit ein wenig Achtsamkeit und einem guten Überblick über die persönlichen Lebensverhältnisse kann man vielleicht nicht in jedem Fall das Aufstoßen, mit oder ohne Magensäure, vermeiden. Doch kann man definitiv positiv auf das Geschehen einwirken und die Problematik so gut es geht minimieren.

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    Autor

    Dr. Joachim Grünbaum

    Leitender Arzt Gastroenterologie der Klinik Schlosspark in Grünberg. Neben mehr als 40 Jahren Erfahrung in der Praxis widmet Dr. Grünberg sich auch der Forschung im Bereich der Onkologie mit dem Schwerpunkt gastroenterologische Onkologie inkl. Misteltherapie.
    Dr. Joachim Grünbaum