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    Junge Frau mit Schmerzen in der Brust

    Die Refluxösophagitis – eine Unterform des Reflux

    Eine Refluxösophagitis ist die Bezeichnung einer Unterform der gastroösophagealen Refluxkrankeit, auch ERD (erosive reflux disease) oder gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD) genannt. Die Krankheit ist eine Speiseröhrenentzündung und wird durch den andauernden Rückfluss von saurem Magensaft in die Speiseröhre ausgelöst.

    Zusammenfassung

    • Die Refluxösophagitis hat viele verschiedene Krankheitsbilder und spezifische wie unspezifische Beschwerden.
    • Nicht jedes auftauchende Symptom ist ein Anzeichen für einen krankhaften Reflux.
    • Die Behandlungsmethoden reichen je nach Ausprägung von einer vorbeugenden und Auslöser-vermeidenden Therapie bis zu einer Operation.

    Was versteht man unter einer Refluxösophagitis und was sind ihre Symptome?

    Unter einer gastroesophagealen Reflux Disease (GERD) leiden in Deutschland besonders häufig Frauen zwischen 50 und 70 Jahren. Sie gehört zu den am häufigsten auftauchenden gastroenterologischen Krankheitsbildern und erfuhr in den letzten Jahrzehnten einen enormen Anstieg. Das Spektrum reicht dabei von gelegentlich auftauchenden Symptomen bis zu schwerwiegend verlaufenden Komplikationen.

    Oft leiden die betroffenen Patienten nicht nur konkret an Sodbrennen, sondern an einigen unspezifischen Beschwerden wie:

    • Beim Atmen: Asthma, Brustschmerz, Luftnot, Beklemmungsgefühle
    • Beim Schlucken: Globusgefühl
    • Beim Singen: Heiserkeit, Schwellung der Stimmbänder
    • Verdauungsproblemen, Übelkeit und Schlafproblemen

    Es treten allerdings auch ganz spezifische Symptome auf, die typisch sind für Reflux-Erkrankungen:

    • Magensaft fließt zurück in die Speiseröhre, die starke Säure greift die Speiseröhrenschleimhaut an und Entzündungen entstehen.
    • Schluckbeschwerden (Dysphagien) entstehen durch die Entzündungen in der Speiseröhre, diese sind meist sehr lästig, aber nicht sehr schmerzhaft.
    • Geschwüre (Ulzera) bilden sich dann, wenn tiefere Schleimhaut-Schichten davon betroffen sind. Hier ist die Gefahr einer bösartigen Tumorbildung erhöht!
    • Sodbrennen
    • Schmerzen hinter dem Brustbein
    • Saures Aufstoßen
    • Erbrechen
    • Schmerzen beim Essen

    Verschiedene Grade und Definitionen von Refluxösophagitis

    Grundsätzlich definiert die Refluxkrankheit einen Zustand, bei dem der Rückfluss von Magenflüssigkeit Komplikationen oder störende Symptome verursacht. Es existieren unterschiedliche Ausprägungen der Krankheit, deren Unterscheidung jeweils Bedeutung hat für die therapeutische Behandlung.

    Nicht-erosive Refluxkrankheit (NERD)

    NERD ist die am häufigsten vorkommende Manifestation der Refluxkrankheit. Über 50 Prozent aller Betroffenen sind in dieser Gruppe. Die Definition von NERD ist GERD ohne über eine Endoskopie sichtbare Schädigung oder Verletzung. Entscheidend dabei ist, ob die vorliegenden Symptome eine Beeinträchtigung für die Lebensqualität sind.
    Typische Merkmale sind hier Jüngeres Alter, weibliches Geschlecht, niedriger Body-Mass-Index, Infektion mit Helicobacter-pylori.

    Schon gewusst?

    Nicht jede Form von Reflux hat eine krankhafte Ausprägung. Bei rund einem Fünftel aller Menschen treten Refluxsymptome unregelmäßig auf. Ein schwaches Zurückfließen von Magenflüssigkeit in die Speiseröhre nach übermäßigem oder fettigem Essen ist durchaus normal.

    Erosive Refluxkrankheit (ERD)

    ERD wird definiert als durch eine Endoskopie sichtbare und durch Reflux verursachte Verletzungen oder Schädigungen. Das können auch ein Barrett-Ösophagus-Syndrom oder Strikturen (Verengungen in der Speiseröhre) sein. ERD weisen weniger als 50 Prozent der Betroffenen auf.

    Hypersensitiver Ösophagus

    Die von hypersensitiven Ösophagus Betroffenen weisen Symptome von Reflux auf, obwohl sie sowohl in der Säureempfindlichkeit (durch 24-Stunden-pH-Metrie gemessen) und auch über eine Impedanzmessung eigentlich normalen Reflux aufweisen. Sie haben eine niedrige Schmerzschwelle und zeigen sich hypersensibel, also überempfindlich gegenüber Reflux.

    Funktionale Refluxbeschwerden

    Alle Patienten, die weder positive Symptomzusammenhänge noch eine pathologische Diagnose von Reflux aufweisen, gehören zur Gruppe mit funktionellem Sodbrennen. Hier wird eine Überempfindlichkeit gegenüber mechanischen Reizen vermutet.

    Extraösophageale Manifestationen

    Zu diesen Krankheitssymptomen gehören chronischer Husten, Asthma, dentale Erosionen oder Laryngitis. Der genaue Zusammenhang zwischen diesen Symptomen und der Refluxkrankheit sind nicht genau erwiesen.

    Barrett-Syndrom

    Das Barrett-Ösophagus-Syndrom ist eine Folgeerscheinung der Refluxösophagitis. Dabei handelt es sich um eine plastische Veränderung des Gewebes. Selbst nach einer abgeheilten Ösophagitis können bleibende Schädigungen festgestellt werden. An bestimmten betroffenen Stellen kann eine Verengung (Striktur) entstehen. Das geschieht in rund 10 bis 20 Prozent der Fälle. Die Folgen sind ernst zu nehmen: Die Speiseröhre ist durch das Barrett-Ösophagus enger geworden, was zu Schluckproblemen führt. Außerdem stellen die Zellfehlbildungen häufig eine Vorstufe für eine Krebserkrankung dar.

    Regelmäßige Krebsvorsorgeuntersuchungen und endoskopische Kontrollen sollten hier ebenso erfolgen wie eine konsequente Therapie des Reflux.

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    Ist Refluxösophagitis behandelbar?

    Durch die unterschiedlichen Ausprägungen einer Refluxösophagitis gibt es auch verschiedene Behandlungsmöglichkeiten.

    Die Refluxösophagitis wird immer ausgelöst durch eine Erschlaffung des Schließmuskels zwischen Magen und Speiseröhre, der sogenannten Kardia. Eine Kardiainsuffizienz entsteht durch einen permanent hohen Druck auf diesen Muskel.

    Bei vielen Experten ist die häufigste Ursache für eine Kardiainsuffizienz und auch für das Entstehen von Reflux eine falsche Ernährungsweise. Zu fettreiche Nahrung, zu viele Kohlehydrate, Übergewicht und Alkohol– und Zigarettenmissbrauch gehören dazu.

    Mittel und Maßnahmen zur Behandlung bei Refluxösophagitis

    Die Mittel zur Behandlung einer Refluxösophagitis sind ganz unterschiedlicher Natur. Sie reichen von der Behandlung von „leichten“ und unregelmäßig auftauchenden Refluxsymptomen bis zu operativen Eingriffen.

    Arzt in der Sprechstunde mit PatientinDiagnose

    Bevor ein Arzt die richtige Maßnahme für die Behandlung der Refluxösophagitis anordnet, muss die Diagnose sicher sein. Dafür setzt man eine Patientenbefragung (Anamnese) ein und eine Magen- oder Speiseröhrenspiegelung. Über die Analyse von entnommenen Gewebeproben gibt es weitere Befunde. Eine 24-Stunden-pH-Metrie ist eine weitere Untersuchungsmethode, um die Belastung durch aufsteigende Säure aus dem Magen genauer zu bestimmen.

    Medikamentöse Therapie

    Viele Ärzte verschreiben bei einer entzündeten Speiseröhre Säurebinder (Antazida), die die produzierte Säure neutralisieren oder Protonenpumpenhemmer (PPI), die als Säureblocker schon von Anfang helfen sollen, die Magensäure zu verringern. Der mechanische Rückfluss wird dadurch nicht verhindert. Diese Medikamente helfen in vielen Fällen, bewirken allerdings auch Nebenwirkungen.

    Auslöser vermeiden

    Für die Behandlung einer Refluxösophagitis gilt es außerdem, entscheidende Auslöser zu vermeiden. Hier können alle Betroffenen effektiv Selbsthilfemaßnahmen anwenden. Um die Auslöser der Refluxösophagitis möglichst gering zu halten, ist eine Änderung der Lebens- und Essgewohnheiten vonnöten.

    Das bedeutet unter anderem ein möglichst konsequentes Vermeiden von

    • zu üppigen Mahlzeiten
    • zu fettreichem Essen
    • vielen Süßigkeiten
    • zu scharfem Essen
    • Kaffee und Alkohol

    Übergewicht oder der Hang zu übermäßigem Essen sollte ebenfalls reduziert werden. Auch gilt es, übermäßigen Stress zu vermeiden. Hier helfen nicht nur Entspannungsübungen und Yogakurse, sondern auch das Üben von Meditation. In einigen Fällen sind psychotherapeutische Maßnahmen oder Coachings angebracht, damit die Stressauslöser ausfindig gemacht werden können und wirkungsvolle Gegenmaßnahmen eingeleitet werden können.

    Operative Maßnahmen:

    In einigen schweren Fällen ist eine Operation angebracht. Bei einer Verengung der entzündeten Speiseröhre muss eine Bougierung vorgenommen werden. Mit Hilfe einer Sonde während einer Ösophagoskopie werden dabei sogenannte Stents eingesetzt. Die kleinen metallenen Röhrchen dienen als Stütze, um die betroffene Stelle wieder zu erweitern.

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    In Zusammenarbeit mit:

    Dr. Joachim Grünbaum

    Leitender Arzt Gastroenterologie der Klinik Schlosspark in Grünberg. Neben mehr als 40 Jahren Erfahrung in der Praxis widmet Dr. Grünberg sich auch der Forschung im Bereich der Onkologie mit dem Schwerpunkt gastroenterologische Onkologie inkl. Misteltherapie.
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