Ältere Dame mit Sodbrennen Beschwerden

    Sodbrennen durch Erbrechen

    Im Zusammenhang mit Sodbrennen kommt es nicht selten zu starker Übelkeit und Erbrechen. Die Ursache für diese Symptome können, gerade in Kombination, auf eine Reflux-Krankheit verweisen. Wenn es zu häufigem Erbrechen kommt, ist dies eine starke Belastung für den Kreislauf. Wir erklären, wie Sodbrennen und Erbrechen miteinander zusammenhängen und was Sie tun können.

    Zusammenfassung

    • Eine starke Reflux-Krankheit kann Übelkeit und Erbrechen auslösen.
    • Umgekehrt führt Erbrechen auch zu Sodbrennen.
    • Sich übergeben ist ein natürlicher Reflex des Körpers und ein Versuch, schädliche Stoffe wieder loszuwerden, rückgeflossene Magensäure gehört dazu.
    • In der Schwangerschaft gehört sich übergeben bei heftigem Sodbrennen oft dazu.

    Mögliche Ursachen und Zusammenhänge

    Wenn Sodbrennen und Erbrechen einher gehen, ist das immer doppelt unangenehm. Bei gleichzeitigem Auftreten von Sodbrennen und Erbrechen gibt es mehrere Krankheitsursachen: Hierbei könnte es sich um eine Magenschleimhautentzündung (Gastritis), einen Reizmagen oder um einen gastroösophagealen Reflux handeln. In den meisten Fall ist ein Sodbrennen auf eine auftretende Reizung der Speiseröhre durch aufgestiegene Magensäure zurückzuführen.

    Der menschliche Körper ist darauf ausgerichtet ist, schädigende Substanzen schnell wieder auszustoßen. So führen Reizungen in der Speiseröhre zu einem Reflex im Rückenmark, der Übelkeit und Brechreiz auslösen. Deswegen ist Erbrechen ein ganz typisches Symptom von heftigem Sodbrennen oder von Reflux. Der Körper möchte die Magensäure wieder abstoßen und man muss sich übergeben.
    Auch kann die säurehaltige Luft oder die Magensäure selbst nach oben steigen und in der Rachenhinterwand einen Brechreiz auslösen.

    Bei einem starken Reflux löst der in die Speiseröhre zurückgeflossene saure Magensaft diese Reaktion aus. Ein ähnlicher Zusammenhang herrscht bei einer Gastritis oder Magenschleimhautentzündung. Hier wird der Magen durch Bakterien, Viren oder giftige Stoffe gereizt und der Körper löst Übelkeit und Erbrechen als Abwehrreaktion aus. Auch bei einem Reizmagen (funktionelle Dyspepsie) kann Erbrechen auftreten. Weitere Symptome sind Oberbauchschmerzen, diffuses Völlegefühl oder Appetitlosigkeit.

    Wie verhält es sich bei Sodbrennen nach Erbrechen?

    Es existiert umgekehrt auch ein Zusammenhang: Nachdem man erbrochen hat, gerät ebenfalls Magensäure in die empfindliche Speiseröhrenschleimhaut. Beim Erbrechen versucht der Körper entgegen der natürlichen Richtung den Mageninhalt wieder zum Mund nach draußen zu transportieren. Damit die ätzende Brühe schnell rauskommt, bringt der Würgreflex alles in kräftigen Schwällen heraus. Doch es gelangen oft einige Reste in die Speiseröhre und lösen Sodbrennen, saures Aufstoßen oder ein charakteristisches Brennen hinter dem Brust aus.

    Sodbrennen und Erbrechen in der Schwangerschaft

    Schwangere Frau sitzt auf Bett und nimmt eine Tablette gegen SodbrennenEin Sonderfall für beide Symptome tritt ein, wenn eine Frau schwanger ist. In den ersten drei Monaten der Schwangerschaft erleben viele Schwangere eine permanente Übelkeit und häufiges Erbrechen. Diese Symptome legen sich im zweiten Trimester der Schwangerschaft meist wieder – um in der letzten Phase der Schwangerschaft in Kombination mit Sodbrennen wieder aufzutauchen.

    Der Grund: Das inzwischen recht große Baby drückt im Inneren zunehmend auf die inneren Organe. Auch der Magen wird durch das wachsende Baby verengt, so dass der Magen schnell „voll“ ist und der Mageninhalt zurück in die Speiseröhre drückt. Durch die Hormone in der Schwangerschaft ist das Gewebe einer Schwangeren weicher geworden. Somit ist auch der Schließmuskel am Ende der Speiseröhre am Mageneingang (der sogenannte Sphinkter) schlaffer und durchlässiger.

    Schädliche Auswirkungen von häufigem Erbrechen

    Grundsätzlich ist das Erbrechen eine ungefährliche Sache. Bei häufigem Erbrechen können jedoch Langzeitschäden entstehen. Der häufige Kontakt mit der extrem sauren Magenflüssigkeit führt zu einer Gewebeschädigung, die sich auch zu einer Geschwürbildung weiter entwickeln kann. Eine entzündliche Ösophagitis ist häufig die Folge, die aggressive Magensäure führt im Mund auf Dauer zu Karies oder Zahnschmelzabbau.

    Erbricht jemand häufig, entstehen dadurch noch weitere Gesundheitsschäden. Es geht jedes Mal viel Magensaft verloren, das bringt den Elektrolythaushalt des Körpers durcheinander und das gesunde Verhältnis von Salzen- und Mineralien. Der Nährstoffmangel kann auf Dauer Infektanfälligkeit, Konzentrationsstörungen, Schlafstörungen oder Haarausfall bewirken. Häufiges Erbrechen kann ebenfalls zu Sodbrennen führen und weiteren Schädigungen der Speiseröhrenschleimhaut.

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    Maßnahmen und Gegenmittel bei häufigem Erbrechen

    Was hilft bei Erbrechen und Sodbrennen? Zunächst einmal handelt es sich um zwei Probleme, die jeweils behandelt werden sollten. In einigen Fällen, wie einer Schwangerschaft, ist es unter Umständen schwierig, das Erbrechen zu verhindern, weil manche Schwangere einfach dazu neigen. Über einige Verhaltensweisen kann jedoch auch hier die Neigung dazu vermindert werden.

    Viel kann über eine angepasste Nahrung und das Essverhalten bewirkt werden. Das gilt für die Neigung zu Erbrechen wie für das Sodbrennen oder die Beschwerden von Reflux. Es haben sich einige Hausmittelchen bei vielen Betroffenen erprobt, um Erbrechen vorzubeugen:

    • Mandeln langsam zerkauen
    • Milch in Schlucken trinken
    • Kamillentee trinken
    • Ingwer und Zitrone helfen gegen Übelkeit
    • Einen Teelöffel Senf (mittelscharf) zu sich nehmen
    • Coca Cola ohne Kohlensäure
    • Mehrere kleine Portionen essen als wenige große
    • Trockenes Brot kauen
    • Auf fette, stark gesüßte, gewürzte und saure Lebensmittel verzichten
    • Auf Kaffee, Nikotin und Alkohol verzichten
    • Kühle oder trockene Nahrungsmittel bevorzugen

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    Im Liegen werden die Reizauslöser oft schlimmer, weil dann die Magensäure in die Speiseröhre leichter zurückfließen kann. Essen Sie immer aufrecht im Sitzen und legen Sie sich nach einem Essen nicht gleich hin. In der Nacht sollten Sie mit einem leicht erhöhten Oberkörper schlafen.

    Gegen die Übelkeit helfen auch bestimmte Tropfen oder Medikamente, die Ihnen Ihr Arzt verschreiben kann.
    Gegen die Symptome von Sodbrennen oder Reflux können in starken Fällen auch Magensäureblocker oder Protonenpumpenhemmer (PPI) verschrieben werden. Sie bewirken eine Verringerung der Magensäureproduktion.

    Stress und ungesunde Lebensweisen vermeiden!

    Stress, Überforderung und eine ungesunde Lebensweise können Auslöser von Sodbrennen im Zusammenhang mit Erbrechen sein. Vieles lässt sich durch ein psychisches Ungleichgewicht erklären. Manches schlägt einem einfach auf den Magen, da ist der wortwörtliche Sinn durchaus übertragbar. Sind Sie vielleicht auf etwas sauer?

    Es lohnt sich, auch auf der geistigen Ebene nach Ursachen für diese Symptome zu suchen. Versuchen Sie, die Quellen Ihrer Belastung herauszufinden und diese zu vermeiden. Das klingt zugegeben einfacher, als getan, aber es lohnt sich.

    • Sorgen Sie für möglichst viel Entspannung in ihrem Alltag.
    • Mit Hilfe eines Psychotherapeuten oder eines Coaches können Sie einige Verhaltensweisen ändern.

    Eigentlich sind die Auswirkungen beider Krankheitsbilder an sich meist belastend genug, als dass ignoriert werden können. Sie wirken sich unmittelbar im Alltag und Berufsleben als große Belastung aus. Hält das Erbrechen und das Sodbrennen schon lange an, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen und die Ursachen abklären!

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    In Zusammenarbeit mit:

    Dr. Joachim Grünbaum

    Dr. Joachim Grünbaum

    Leitender Arzt Gastroenterologie der Klinik Schlosspark in Grünberg. Neben mehr als 40 Jahren Erfahrung in der Praxis widmet Dr. Grünberg sich auch der Forschung im Bereich der Onkologie mit dem Schwerpunkt gastroenterologische Onkologie inkl. Misteltherapie.
    Dr. Joachim Grünbaum

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