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    H2-Magensäureblocker – wirksam gegen Sodbrennen

    Sodbrennen wird durch Magensäure, die in die Speiseröhre rückfließt, verursacht (Reflux). Die aggressive Säure greift die sensible Schleimhaut der Speiseröhre an und verursacht als erstes Symptom das typische Sodbrennen. Saures Aufstoßen kann ebenfalls dazu kommen, sowie Schluckbeschwerden und Husten. Besonders für Menschen, die regelmäßig an Sodbrennen leiden, ist die Gruppe der sogenannten H2-Blocker geeignet, da sie die Magensäureproduktion nicht vollkommen blockieren (hemmen).

    Bei welchen Beschwerden können Magensäureblocker helfen?

    Die klassischen Beschwerden sind Sodbrennen und saures Aufstoßen. Die Ursache liegt darin, dass Magensäure und halbverdauter Speisebrei in die Speiseröhre zurückfließen. Eine brandgefährliche Mischung für die sensiblen Schleimhäute der Speiseröhre, des Mund- und Rachenraumes. Sogar bis in die Atemwege kann Magensäure vordringen. Überall dort, wo sie nicht hingehört, richtet sie enormen Schaden an. Langfristig sind schwere chronische Entzündungen möglich, das Risiko an Krebs zu erkranken steigt beträchtlich.

    H2-Magensäureblocker werden ebenso bei Beschwerden wie Gastritis, Magen- oder Zwölffingerdarm-Geschwüren eingenommen. Verschrieben werden sie beim Zollinger-Ellison-Syndrom und als Begleitmedikament zur Antibiotika-Therapie bei einer Helicobacter-pylori-Infektion. Es gibt diese Wirkstoffe sowohl verschreibungspflichtig für längere Therapien, als auch rezeptfrei für kurzfristige Behandlungen.

    Bei Sodbrennen und saurem Aufstoßen ist die Therapie rein symptomatisch, Die Ursache liegt woanders. Wenn Magensäure ihren angestammten Bestimmungsort, den Magen in Richtung Speiseröhre verlässt, hat dies wahrscheinlich den Grund in einem dysfunktionalen Schließmuskel. Der Ösophagussphinkter ist ein ringförmiger Muskel, der den Speisebrei von der Speiseröhre in den Magen durchlässt, den Rückweg dagegen verschließen soll. Wenn dieser Muskel Teile seiner Funktionalität einbüßt, lässt er Magensäure in die falsche Richtung durch, das Malheur ist passiert.

    Wie wirken Magensäureblocker (H2 – Blocker)

    Ein liegendes Fläschchen mit Tabletten und KamillenblütenEs ist die Magensäure an und für sich, die Beschwerden verursacht. Als aggressive Mischung ist sie unerlässlich für die Verdauung. Schädlich ist sie an Orten, wo sie nicht hingehört. In die Speiseröhre beispielsweise. Wenn das Vordringen der Magensäure in die Speiseröhre nicht verhindert werden kann, dann macht die Reduzierung der Menge Sinn. Weniger Magensäure in der Speiseröhre bedeutet weniger Sodbrennen. Der Effekt: es fließt weniger Säure in die Speiseröhre zurück (Reflux).

    Der Einsatz von Histamin-H2-Rezeptor-Blockern ist der erste Schritt für eine wirksame, längerfristige Behandlung. Im Gegensatz zu den Protonenpumpenhemmern (PPI) schränken sie die Produktion der Magensäure ein. Die Beschwerden werden rasch gelindert, die Entzündungen durch den Rückfluss gehen zurück. Die Speiseröhre kann abheilen und sich erholen.

    Im Gegensatz zu PPI, haben sie nur einen minimalen „Rebound-Effekt“. Rebound steht dafür, dass die Symptome verstärkt werden, wenn man ein Medikament absetzt (Rückprall). Dem wird mit „Ausschleichen“ begegnet, einer schrittweisen Reduktion der Dosierung. H2-Blocker (H2-Rezeptorantagonisten) erzielen ihre Wirkung dadurch, dass sie die Andockstelle für Histamin blockieren und so die Säureausschüttung um bis zu 60% hemmen.

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    Wann und wie werden Magensäureblocker am besten eingenommen?

    Der beste Zeitpunkt zur Einnahme sind die Abendstunden. Die Säureproduktion wird damit während der Schlafphase, in einem Entspannungszustand des Körpers, eingedämmt. H2-Blocker hemmen die Produktion der Magensäure, das heißt die Menge, die der Körper zur Verfügung hat, wird reduziert.

    Nun ist es aber so, dass ohne Magensäure keine Verdauung stattfinden würde. Die Säure und die Bakterien zersetzen (verdauen) den Speisebrei, der dann weiterbefördert wird. Darum bedeutet weniger Magensäure, weniger intensive Verdauung.

    Wenn man den Organismus zusätzlich mit schwerem Essen belastet, mit scharfen Speisen und Getränken, dann kann es zu Verdauungsstörungen kommen. Der Körper reagiert mit der Mehrproduktion von Magensäure. Im Liegen steigt die Magensäure leichter hoch. Das ist der Grund, warum bis zu drei Stunden vor dem Schlafengehen, nicht mehr allzu viel und schwer gegessen und getrunken werden soll. Der berühmte Verdauungsschluck verstärkt die Symptome noch mehr. Alkohol führt zu einer Entspannung der Muskeln, der Schließmuskel kann damit durchlässiger werden.

    Welche Nebenwirkungen haben Magensäureblocker?

    Apothekerin nimmt H2 Blocker aus dem RegalMagensäure ist für den Vitamin-B12 Haushalt wichtig, da sie das Vitamin aus den Nahrungsproteinen abspaltet. Wenn diese Blocker über einen längeren Zeitraum eingenommen werden, kann B-12 Mangel die Folge sein. Es ist eine entsprechende Substitution erforderlich, um den möglichen Auswirkungen des B-12 Mangels (neurologische Schäden, Demenz, Anämie) zu begegnen.

    Schwindelgefühl, Kopfschmerz und leichte Störungen der Verdauungsfunktionwurden als Nebenwirkungen geschildert. Das Müdigkeitsgefühl kann sich steigern, kurz nach der Einnahme sollte man sich nicht hinter das Steuer eines Autos setzen.

    Tipps und Zusammenfassung Magensäureblocker H2

    H2 – Magensäureblocker können über einen längeren Zeitraum regelmäßig eingenommen werden. Sie reduzieren die Magensäure und machen sie dadurch weniger aggressiv. Ihre Wirkung ist weniger stark als die der Protonenpumpenhemmer, die die Magensäureproduktion fast zur Gänze hemmen. Sodbrennen wird durch Magensäure in der Speiseröhre (Reflux) verursacht. Dort greift sie die sensible Schleimhaut an. Sodbrennen wird manchmal von saurem Aufstoßen begleitet. Medikamente wie Famotidin oder Ranitidin sind rezeptfreie H2-Blocker, Nitzidin und Cimetidin sind verschreibungspflichtig. Bei einer längeren Therapie ist die Begleitung durch einen Arzt zu empfehlen.

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    In Zusammenarbeit mit:

    Dr. Joachim Grünbaum

    Dr. Joachim Grünbaum

    Leitender Arzt Gastroenterologie der Klinik Schlosspark in Grünberg. Neben mehr als 40 Jahren Erfahrung in der Praxis widmet Dr. Grünberg sich auch der Forschung im Bereich der Onkologie mit dem Schwerpunkt gastroenterologische Onkologie inkl. Misteltherapie.
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