Close-up Of A Woman Drinking Glass Of Fresh Milk

    Milch gegen Sodbrennen

    Viele von uns kennen das. Kurz nach oder schon während des Essens spürt man, dass „etwas hochsteigt“. Und bald darauf ist es da: dieses scharfe Brennen hinter dem Brustbein. Saures Aufstoßen, schlechter Geschmack im Mund. Wir sprechen vom Sodbrennen, einem Leiden, von dem rund die Hälfte der Bevölkerung mehr oder weniger intensiv betroffen ist.

    Da wundert es nicht, wenn sich rund um dieses Leiden eine Menge an Empfehlungen, Heil- und Hilfsmitteln tummeln. In dem Artikel befassen wir uns mit der Milch als Mittel gegen Sodbrennen. Kann man dem vertrauen? Wie kann Milch gegen Sodbrennen tatsächlich wirken und was sollte man darüber wissen? Hier erhalten Sie einen ersten Überblick und einige Anregungen.

    Volksleiden Sodbrennen und woher es kommt

    So vielfältig das Auftreten, so vielfältig die Diskussionen über die Ursachen. Angefangen vom Essen und der falschen Ernährung insgesamt, bis zum Lebensstil: es gibt kaum einen Bereich, der nicht für die Ursache von Sodbrennen herhalten muss. Der Eindruck, dass hier Symptom und Ursache in einen Topf geschmissen werden, kommt nicht von ungefähr.

    Medizinisch betrachtet kommt Sodbrennen daher, dass Magensäure und halbverdauter Speisebrei die Speiseröhre hochsteigen und die dort befindlichen Schleimhäute angreifen. Verätzungen und Verbrennungen sind die Folgen – Sodbrennen, saures Aufstoßen, die schmerzhaften Auswirkungen. Der Name der Erkrankung: Reflux. Die wahrscheinlichste Ursache, ein Schließmuskel zwischen Speiseröhre und Magen, der Magensäure und Speisebrei – in die falsche Richtung – zurückfließen lässt. Ein Umstand, der der Gesundheit nicht zuträglich ist.

    Ist Magensäure die Ursache für Sodbrennen?

    In letzter Konsequenz, ja. Doch ohne Magensäure würden wir nicht lange überleben. Sie sorgt im Magen dafür, dass die Speisen verdaut und schädliche Bakterien abgetötet werden. Diese zersetzende und ätzende Wirkung verträgt der Magen gut, weil er durch eine besondere Schleimhaut geschützt ist. Nicht so die Speiseröhre, der Mund- und Rachenraum. Sie sind der schädlichen Wirkung beinahe schutzlos ausgeliefert.

    Deshalb trägt Magensäure Schuld am Sodbrennen, jedoch nur, weil ein nicht ordnungsgemäß arbeitender Muskel, sie in die falsche Richtung durchlässt.

    Was hat jetzt Milch mit Sodbrennen und Magensäure zu tun?

    An dieser Frage streiten sich die Geister. Wir können wohl all jene von den heilsamen Wirkungen der „normalen“ Milch ausschließen, die eine Intoleranz gegen Laktose haben. Sie würden mit Milch ihre Verdauung nur noch mehr belasten, wenn sie nicht zur laktosefreien Variante greifen.

    Laktose bezieht sich auf den Zucker, der in der Milch enthalten ist. Bei Menschen mit Laktoseintoleranz kann dieser Zucker nicht abgebaut werden. Was im Übrigen normal und keine Krankheit ist. Je älter der Mensch wird, umso weniger gut kann er Milchzucker verdauen.

    Unbestritten ist, dass Milch einen pH-Wert zwischen 4 und 6,5 hat. Die angegebenen Werte sind jedoch mehr von der Werbewirksamkeit abhängig, als vom tatsächlichen Wert. Der pH-Wert der Magensäure liegt zwischen 1,5 und 2. Das ist schon sehr sauer, vergleichbar etwa mit einem Becher frisch gepresstem Zitronensaft.

    Wenn wir jetzt eine „Milchmädchen-Rechnung“ anstellen, dann kommt raus, dass die Mischung Magensäure mit Milch den pH-Wert nach oben korrigiert. Die gesamte Mischung wird also weniger sauer. Weniger aggressiv, weniger schädlich. Das kann Sodbrennen lindern. Eine Linderung, die vielleicht nur empfunden wird, weil die kalte Milch kühlend auf die angegriffenen Stellen der Speiseröhre wirkt und weniger wegen der chemisch-physischen Wirkung.

    Und dann gibt es noch jene, die das Glas Milch zur Beruhigung trinken. Stress abbauen, zur Ruhe kommen. Und siehe da: auch das Sodbrennen geht zurück, der Magen beruhigt sich. In dem Fall haben wir es mit einem Placebo-Effekt zu tun. Was soll schlecht daran sein, wenn es wirkt?

    Nachteilig ist, dass nur die Symptome von Krankheiten gelindert, Beschwerden gemildert werden. Gesund im Hinblick auf Sodbrennen, so wird es Ihr Arzt bestätigen, werden Sie dadurch eher nicht.

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    Wenn schon Milch – welche wirkt am besten?

    Fettarme Milch, mit Wasser versetzte Milch, kalt oder warm, Sojamilch?

    Das Thema wirft für sich schon viele Fragen auf, hier mal die wichtigsten Punkte:

    • Fett belastet den Organismus und entspannt die Muskeln
    • Warme Milch, in langsamen Schlucken getrunken, wirkt entspannend
    • Kalte Milch, ebenfalls langsam getrunken, wirkt kühlend auf die angegriffenen Stellen
    • Milch, mit Wasser versetzt, verdünnt die Magensäure und schwemmt sie wieder in den Magen zurück
    • Sojamilch, laktosefreie Milch für Menschen mit Unverträglichkeit

    Was ist „das Gesunde“ an der Milch?

    Milch, in den meisten Fällen von der Mutter, hat uns als Baby stark gemacht. Kalzium, Vitamin B, hochwertiges Eiweiß hat den Wachstumsprozess gefördert und unterstützt. Die Menge an Nährstoffen, die Kuhmilch enthält, lässt Kälber schnell wachsen und groß werden. Deshalb ist Milch auch Nahrungsmittel und nicht Getränk.

    Tipps und Zusammenfassung: Sodbrennen Milch

    Ob Milch gegen Sodbrennen hilft oder genau das Gegenteil auslöst, darüber streiten sich die Geister. Während die eine Seite, Milch am liebsten aus allen Regalen verdammen möchte, liefert die andere Seite viele Argumente, die für die Wirksamkeit von Milch sprechen und in ihr das Hausmittel schlechthin sehen.

    Kann mit Milch und Mandeln auf einem TischWissenschaftlich gibt es keinen Nachweis, dass Milch gegen Sodbrennen hilft. Es lässt sich unter den Millionen von Studien keine finden, die zumindest ansatzweise den Nachweis erbringt. Gehen wir einmal davon aus, dass alles gut ist, was gut tut, dann sollten Sie auf Ihren Körper hören. Wenn Sie das Glas Milch beruhigt, Ihr Sodbrennen lindert und keine Beschwerden macht, dann trinken Sie es weiterhin. Selbst dann, wenn es verächtlich als „Placebo“ abgetan wird: Ihnen hilft es, damit ist es in Ordnung.

    Leiden Sie immer wieder an Sodbrennen , spüren Sie fast jeden Tag dieses Brennen, dann ist es an der Zeit einen Arzt aufzusuchen und die Ursache zu klären. Denn Medikamente hin und Placebo her: alle wirken nur auf der Symptomebene und bekämpfen nicht die Ursache.

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    Autor:

    Dr. Joachim Grünbaum

    Leitender Arzt Gastroenterologie der Klinik Schlosspark in Grünberg. Neben mehr als 40 Jahren Erfahrung in der Praxis widmet Dr. Grünberg sich auch der Forschung im Bereich der Onkologie mit dem Schwerpunkt gastroenterologische Onkologie inkl. Misteltherapie.
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