Junge Frau trinkt Tee aus einer Tasse

    Tee gegen Sodbrennen

    Wem üppige Mahlzeiten gerne sauer aufstoßen wird seine Hände gerne nach einem wohltuenden Tee, der gegen Sodbrennen hilft, ausstrecken. Und viele verschiedene Kräutertees können in der Tat das lästige Brennen in der Speiseröhre vertreiben. Je nachdem, was genau der Auslöser der Beschwerden ist, helfen unterschiedliche Tees.

    Kurz gesagt:

    • Kräutertees können die Beschwerden bei Sodbrennen reduzieren.
    • Kamille und eine Teemischung aus Fenchel, Anis und Kümmel kommen hier am häufigsten zum Einsatz
    • Für eine optimale Wirkung sollten hochwertige Produkte verwendet werden.

    So hilft Tee gegen Sodbrennen

    Tee gegen Sodbrennen kann die damit verbundenen leiden auf verschiedenen Wegen lindern. Viele Kräutertees enthalten ätherische Öle, den Aufbau der Magenschleimhaut fördern, die Produktion von Magensäure eindämmen, die Darmbewegung anregen und krampflösend wirken, indem sie die Muskulatur entspannen. Dann entleert sich der Magen schneller und der Druck auf die Speiseröhre nimmt ab.

    Aber schon die Flüssigkeitszufuhr allein kann helfen, die unangenehmen Reize zu lindern, indem sie die Speiseröhre spült, den Magensaft verdünnt und so den Säuregehalt reduziert.

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    Hilfreiche Heilkräuter gegen Sodbrennen

    Einige Heilkräuter haben sich sehr bei der Bekämpfung von Sodbrennen bewährt.

    Kamille:

    Kamille ist eine vielseitige und beliebte Heilpflanze, die mit ihren ätherischen Ölen gegen viele Leiden helfen kann. Bisabolol ist der Hauptbestandteil der ätherischen Öle der echten Kamille. Es wirkt entzündungshemmend auf Haut und Schleimhäute. Das allein lindert schon die typischen Beschwerden von Sodbrennen. Bisabolol schützt darüber hinaus den Magen, indem es die Bildung von Pepsin und Magensäure hemmt und die Magenschleimhaut stärkt.

    Fenchel:

    Der Hauptwirkstoff im Fenchel, der regulierend auf den Magen-Darm-Trakt wirkt, ist Anethol. In niedriger Dosierung regt Anethol die Peristaltik an. Es bewirkt, dass der Nahrungsbrei schneller abtransportiert wird und dadurch keinen Druck Richtung Speiseröhre ausüben und zu Reflux und Sodbrennen führen kann. In höherer Dosierung wirkt Anethol dagegen hemmend auf die Darmbewegungen wird dadurch krampflösend und beruhigend. Die glatte Muskulatur des Magen-Darm-Traktes benötigt Kalzium für ihre Aktivität. Anethol hemmt den Kalziumeinstrom und verhindert so die Kontraktion der Zellen und entspannt die Muskulatur.

    Tierversuche haben darüber hinaus gezeigt, dass Anethol die Magenschleimhaut stärkt indem es die Synthese der Schleimschicht anregt. Anethol ist auch reichlich in Anis enthalten.

    Kümmel:

    Kümmel enthält ein ätherisches Öl, das maßgeblich an seiner heilenden Wirkung bei Sodbrennen und Magenbeschwerden beteiligt ist. Carvon regt die Durchblutung der Magenschleimhaut an und wirkt krampflösend. Der Druck des Magens auf die Speiseröhre lässt nach und erschwert oder verhindert den sauren Reflux, der zu Sodbrennen führt.

    Carvon fördert die Synthese von Prostaglandinen, die wiederum die Produktion von Magensäure hemmen. Dadurch übt Kümmel eine weitere schützende Funktion auf die Magenschleimhaut aus und reduziert die Gefahr, Sodbrennen zu entwickeln.

    Fenchel, Anis und Kümmel werden oft zusammen als fertige Kräuterteemischung angeboten.

    Spitzwegerich:

    Spitzwegerich enthält große Mengen Schleimstoffe, die aus verschiedenen Zuckerstoffen bestehen und in Wasser zu einem Gel aufquellen, das einen Schutzfilm auf den Schleimhäuten von Speiseröhre und Magen bildet. Spitzwegerich verbessert damit den natürlichen Schutz gegen den aggressiven Magensaft. Einige dieser Zuckermoleküle fördern außerdem die Zellerneuerung.

    Zusätzlich greift Spitzwegerich dank seiner Iridoide das Magenbakterium Helicobacter pylori an, das oft indirekt der Auslöser für Sodbrennen ist. Iridoide sind weit verbreitete sekundäre Pflanzenstoffe, die den Pflanzen Schutz vor Fressfeinden bieten, aber auch allgemein antibakterielle Wirkung entfalten.

    Entzündungshemmende Gerbstoffe im Spitzwegerich beruhigen die gereizte Speiseröhre.

    Grüner Tee:

    Bei Grüntee scheiden sich die Geister, ob er nun gegen Sodbrennen hilft oder es eher fördert. Grüner Tee enthält Koffein, dass ein Risikofaktor für die Entstehung von Sodbrennen ist. Andererseits sind die Teeblätter reich an basischen Mineralstoffen, die einen Überschuss an Magensäure neutralisieren können.

    Aber: Die Mineralstoffe aus den Teeblättern lösen sich bei der Zubereitung nur in geringem Umfang im fertigen Getränk. Damit sie ihre Pufferwirkung entfalten können, muss man schon das ganze Teeblatt mit verzehren – was ja bei manchen Grünteesorten, etwa Matcha, üblich ist.

    Ob Grüner Tee bei Sodbrennen nun eher hilft oder schadet, muss jeder wohl für sich selbst herausfinden.

    Ingwer:

    Ingwer ist ein bekanntes Heilmittel bei Beschwerden des Verdauungssystems. Ingwer besitzt entzündungshemmende Eigenschaften und beschleunigt die Verdauung. Ingwer enthält aber auch viel Gingerol, ein scharf schmeckendes ätherisches Öl, das die Produktion der Magensäure anregt, was ja ein Auslöser von Sodbrennen sein kann. Und genau deswegen kann Ingwer gegen Sodbrennen helfen. Nicht immer ist nämlich ein Überschuss an Magensäure die Ursache für Sodbrennen. Ein Mangel die gleichen Beschwerden verursachen. Dann hilft Ingwer.

    Schafgarbe:

    Schafgarbe enthält viele Bitterstoffe in der Form von Terpenoiden, die die Produktion von Gallensaft anregen. Sie regt die Verdauung an und beschleunigt damit die Entleerung des Magens. Außerdem verfügt es über entzündungshemmende und krampflösende Eigenschaften. Die Wirkung und Einsatzgebiete der Schafgarbe entsprechen weitgehend denen der Kamille.

    Süßholzwurzel:

    Süßholzwurzel wird traditionell zur Behandlung von Verdauungsstörungen und säurebedingten Magenbeschwerden und Sodbrennen eingesetzt. Sie enthält Glycyrrhizin, ein zuckerähnlicher Stoff, der entzündungshemmend wirkt und die Schleimhäute schützt, indem er die Schleimsekretion erhöht.

    Diese Tees bei Sodbrennen sollten Sie meiden:

    Pfefferminze

    Pfefferminze kann den unteren Speiseröhrenschließmuskel, der den Magen von der Speiseröhre trennt,  entspannen und dadurch Reflux und Sodbrennen fördern.

    Schafgarbe

    Während der Schwangerschaft sollte Schafgarbe gemieden werden, da sie Wehen auslösend sein kann.

    Süßholz

    Süßholz soll bei Schwangerschaft und verschiedenen Erkrankungen, wie zum Beispiel Bluthochdruck, Leber- oder Nierenerkrankungen nicht eingenommen werden.

    Zubereitung von Kräutertee:

    Getrocknete Kräuter eignen sich besser als frische und sind das ganze Jahr über verfügbar. Überbrühen Sie pro Tasse ein bis zwei Teelöffel des getrockneten Krautes mit 150 – 200ml kochendem Wasser und lassen den Aufguss zugedeckt etwa fünf Minuten ziehen. Dann können Sie ihn abgießen und in kleinen Schlucken trinken.

    Medizinisch wirksame Tees gegen Sodbrennen sind aber auch als als Teebeutel erhältlich.

    Schon gewusst?

    Tee gegen Sodbrennen sollte nur aus Kräutern zubereitet werden, die den Forderungen des Deutschen oder Europäischen Arzneibuches genügen. Diese hochwertigen Produkte erhalten Sie in Apotheken und Drogerien.

    Welcher Tee nun genau bei Ihnen Sodbrennen vertreibt, müssen Sie selbst herausfinden, denn der Erfolg hängt zum großen Teil von der Ursache der Beschwerden ab. Ein bisschen wirkt Tee aber immer: Forscher fanden heraus, dass die typischen Beschwerden der gastroösophagealen Refluxkrankheit (GERD) weitgehend verschwinden, wenn die Patienten sich auf zwei Mahlzeiten täglich beschränken und in der Zwischenzeit reichlich Tee – oder andere Getränke – zu sich nahmen. Abwarten und Tee trinken ist also keinesfalls eine schlechte Therapie gegen Sodbrennen.

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    Autor:

    Dr. Evelyn Zientz

    Arbeitete als Postdoc an der Universität Würzburg über die Charakterisierung von bakteriellen Endosymbionten aus dem Mitteldarmgewebe von Ameisen der Gattung Camponotus.
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