Verschiedenen Tabletten gegen Sodbrennen mit einem Glas Wasser

    Protonenpumpenhemmer (PPI) – Sodbrennen effektiv behandeln

    Rund ein Drittel der Bevölkerung leidet an zurückfließender Magensäure (Reflux). Die für die Verdauung erforderliche Säure fließt in die Speiseröhre zurück und löst dort unter anderem Sodbrennen und / oder saures Aufstoßen aus. Hier kommen die Protonenpumpenhemmer (PPI) als sogenannte Magenschutz-Medikamente zur Behandlung ins Spiel. Wirkstoffe, wie Omeprazol und Pantoprazol unterdrücken die Bildung von Magensäure. PPI mildert zwar die Reflux Beschwerden oder lässt sie ganz verschwinden: die therapeutische Wirkung beruht in jedem Fall auf der Veränderung (Neutralisierung) der Magensäure. Der eigentliche Verursacher, ein dysfunktionaler Schließmuskel zwischen Darm und Speiseröhre, wird mit PPI nur wenig verbessert. Für eine langfristige Erhaltungstherapie können die Protonenpumpenhemmer – wirkstoffabhängig – die beste Wahl sein. Medikamentation und Dosierung unterscheiden sich in dem Fall von der Akuttherapie.

    Wie funktionieren Protonenpumpenhemmer?

    Magensäure wird in speziellen Zellen des Magens, den Belegzellen (salzsäurebildende Zellen im Magen), gebildet. Für die Säurebildung sind Protonenpumpen (biologisch gesehen Transmembranproteine) verantwortlich. Durch die Hemmung dieser kleinen Pumpen (davon leitet sich der Name Protonenpumpen-Hemmer ab) nimmt die Säureproduktion ab. Die betroffenen Zellen können sich regenerieren. Die Magensäure verliert an „Aggressivität“. Entzündungen und Verletzungen der Schleimhaut heilen ab.

    Welche Wirkung wird mit Protonenpumpenhemmer erzielt?

    Eine Dose mit Tabletten auf einem blauen UntergrundDer Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre (Refluxkrankheit) reizt die sensible Schleimhaut der Speiseröhre. Diese wird geschädigt, kann sich entzünden, in schweren Fällen kann Speiseröhrenkrebs entstehen. Vorrangig muss die Wirkung der Magensäure in der Speiseröhre soweit als möglich reduziert und neutralisiert werden.

    Protonenpumpenhemmer verringern die Produktion der Magensäure. Sie beschleunigen Heilungsprozesse und lindern die Schmerzen, indem sie die Schadensursache – aggressive Magensäure – beseitigen. Patienten, die an Magen- und Zwölffingerdarm-Geschwüren (Ulcus) leiden, erfahren mit PPI eine Linderung ihrer Beschwerden und Schmerzen. Eine Ursache derartiger Erkrankungen liegt in der Magensäure als aggressives Mittel. Wenn die Säure reduziert wird, reduziert sich in entsprechendem Ausmaß das Risiko einer entzündlichen Erkrankung.

    Aktuell sind Protonenpumpenhemmer (PPI) bei der Säurereduktion alternativlos. In schweren Fällen kann eine Erhaltungs-Therapie von Vorteil sein. Sie beugt, mit einer um 80 Prozent reduzierten Medikamentation, neuerlichen Erkrankungen vor.

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    Bei welchen Beschwerden helfen Protonenpumpenhemmer?

    Da PPI die Produktion der Magensäure verringern, sind sie ein effektives Wirkmittel gegen Sodbrennen, Magendruck und Schmerzen hinter dem Brustbein. Alles Beschwerden, die sich auf zu viel Magensäure in der Speiseröhre zurückführen lassen. Magensäure befindet sich deshalb in der Speiseröhre, weil sich der Schließmuskel (Ösophagussphinkter) zum Magen zu oft öffnet oder undicht ist. PPI Medikamente haben zusätzlich eine wichtige Funktion als Magenschutz. Sie werden gemeinsam mit Schmerzmitteln verschrieben, um deren magenschädigende Wirkung abzumildern. Als solche „Begleit-Medikamente“ verringern sie die Gefahr von Geschwüren und sind im Heilprozess unterstützend.

    Spezielle Anwendungsbereiche der Protonenpumpenhemmer:

    • Bestandteil einer Eradikationstherapie. Darunter wird unter anderem die Entfernung des Helicobacter pylori verstanden, einem Bakterium, das Magen- und Darmgeschwüre verursachen kann. PPI werden bei dieser Therapie mit Antibiotika kombiniert
    • Speiseröhren – Entzündungen, mit unterschiedlichen Beschwerdebildern und Stadien (Refluxösophagitis). Der Reflux wird in den meisten Fällen durch einen, in der Funktion eingeschränkten Schließmuskel, zwischen Magen und Speiseröhre verursacht.
    • Gastritis, eine entzündliche, geschwürfreie Krankheit der Magenschleimhaut
    • Überproduktion von Magensäure, wie dem Zollinger-Edison-Syndrom (Ausbildung von Magen- und Zwölffingerdarm – Geschwüren wegen zu starker Magensäureproduktion)

    Welche Nebenwirkungen können Protonenpumpenhemmer haben?

    Gestresste Junge Frau am Laptop stützt den Kopf auf ihrer Hand abPPI sind gut verträgliche Medikamente. Da eine Therapie zwischen vier bis acht Wochen dauern kann, sind verschiedene Nebenwirkungen zu beobachten (abhängig von Dosierung und Patientenstatus):

    • Allgemeine Magen-Darm-Störungen (Durchfall, Verstopfung)
    • Müdigkeit
    • Stimmungsschwankungen
    • Schwindel und Kopfschmerz

    Störungen des Seh- und Hörvermögens, verändertes Geschmacksempfinden oder veränderte Blutbildwerte sind vereinzelt auftretende Nebenwirkungen. Diese können Folge einer Übermedikamentation oder Wechselwirkung mit anderen Arzneimitteln sein.

    Was ist bei der Einnahme von PPI zu beachten?

    PPI Medikamente auf Basis von Pantoprazol oder Omeprazol sind in Apotheken rezeptfrei erhältlich. Es ist von Vorteil, Medikament, Dosierung und Dauer mit einem Arzt abzusprechen.  Die beste Wirkung wird erreicht, wenn enthaltene Substanzen, Dosierung und Dauer auf den konkreten Fall abgestimmt sind. Protonenpumpenhemmer sind keine Dauer-Medikamente, sondern werden therapiebegleitend eingenommen. Die ersten zwei bis drei Wochen bis zu zweimal täglich. Nach Rückgang und Linderung der Beschwerden kann der Rhythmus auf zwei Tage ausgedehnt werden. Wenn der Status „beschwerdefrei“ ist, dann ist die Medikamentation einzustellen.

    Ein PPI Medikament entfaltet seine volle Wirkung, wenn es richtig eingenommen wird:

    • Einnahme auf nüchternen Magen, vor einer Mahlzeit
    • Die volle Wirkung erreicht das Medikament nach einigen Stunden. Die Säuresekretion nimmt jeden weiteren Tag ab. Um die Symptome langfristig zu reduzieren, ist es mindestens an zwei bis vier aufeinanderfolgenden Tagen einzunehmen.
    • Es kann ein bis zwei Stunden dauern, bis die Wirkung eintritt. Eine Einnahme nach Bedarf, wie bei anderen Medikamenten (Antazida), ist wenig sinnvoll.
    • Wenn keine Symptome vorhanden sind, ist die Medikamentation einzustellen. Bei Sodbrennen ist dies üblicherweise nach sechs Tagen der Fall.

    Von Seiten vieler Ärzte gilt die Empfehlung, dass Omeprazol-Wirkstoffe maximal für zwei Wochen eingenommen werden sollten. Bei Wirkstoffen auf Pantoprazol-Basis kann diese Zeit auf vier Wochen erstreckt werden.

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    In Zusammenarbeit mit:

    Dr. Joachim Grünbaum

    Leitender Arzt Gastroenterologie der Klinik Schlosspark in Grünberg. Neben mehr als 40 Jahren Erfahrung in der Praxis widmet Dr. Grünberg sich auch der Forschung im Bereich der Onkologie mit dem Schwerpunkt gastroenterologische Onkologie inkl. Misteltherapie.
    Dr. Joachim Grünbaum

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