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    Mann im Gespräch mit einem Arzt

    Zollinger Ellison:  Gastrin regt die Magensäure-Produktion an

    Das Zollinger-Ellison-Syndrom ist eine „antikörpervermittelte Paraneoplasie“ des gastrointestinal Traktes. Einfacher ausgedrückt, besteht es darin, dass vom Immunsystem Antikörper gegen einen Tumor entwickelt werden, die zeitgleich gesundes Gewebe angreifen. Benannt ist es nach den amerikanischen Chirurgen Robert Milton Zollinger und Edwin Homer Ellison.

    Tumore in der Bauchspeicheldrüse, des Dünndarms und im Zwölffingerdarm produzieren das Hormon Gastrin, abgeleitet davon werden sie Gastrinome genannt. Dieses Gastrin verursacht eine Überproduktion von Magensäure. Sodbrennen und verbundene Beschwerden sind unter anderem die Folge.

    Wie entsteht das Zollinger-Ellison-Syndrom

    Ein Gastrinom ist ein „neuroendokriner Tumor“, der eigene Hormone herstellt. Er entwickelt sich aus den Zellen, die Botenstoffe produzieren. Auf diese Weise entsteht das Hormon Gastrin. Bei gutartiger Ausprägung kann eine medikamentöse Therapie erfolgreich verlaufen, die Heilungschancen sind groß.

    Im Gegensatz bilden bösartige Tumore Metastasen in anderen Organen. Die operative Entfernung (vollständige Resektion) eines Tumors, der gestreut hat, ist nicht mehr möglich. Eine Therapie kann symptomatisch erfolgen. Bedarfsgerechte Chirurgie und Medikamentengabe verlangsamen das Wachstum und erhöhen die Lebenserwartung über Jahrzehnte.

    Die Erkrankung ist sehr selten und in vielen Fällen erblich bedingt (MEN1), da es durch eine Mutation der DNA entsteht.

    Weshalb kommt es beim Zollinger Ellison Syndrom zu Sodbrennen?

    Das Hormon Gastrin, wird im Normalfall im Verdauungstrakt gebildet und regt die Magensäure-Produktion an. Beim Zollinger-Ellison-Syndrom kommt es zu einer Überproduktion der hormonbildenden Zellen, eine gesteigerte Gastrinproduktion ist die Folge. Die übermäßige Gastrinproduktion erhöht den Anteil der Salzsäure im Magen. Dies kann zu therapieresistenten Geschwüren (Ulcera) in Magen und Darm führen. Steigt die Magensäure zum Beispiel durch eine Krankheit (Reflux) in die Speiseröhre hoch, wird die Schleimhaut angegriffen. Sodbrennen, Druck in der Brust und Aufstoßen sind die unangenehmen und schmerzhaften Folgen.

    Was hilft bei Sodbrennen durch das Zollinger-Ellison-Syndrom?

    Vollkornbrot belegt mit Salat und Schinken, im Hintergrund GemüseIn der Mehrzahl der Fälle ist die Linderung der typischen Beschwerden durch Sodbrennen symptomatisch (nicht auf die Ursache bezogen) möglich. Die erhöhte Gastrinproduktion hat ihre Ursache in einem Tumor, der im Frühstadium operativ entfernt werden kann. Wenn Metastasen in anderen Organen gebildet wurden, haben die hormonproduzierenden Zellen bereits andere Bereiche des Körpers besiedelt (Schilddrüse, Lymphknoten). Von dort verrichten sie weiter ihre schädigende Arbeit. Eine vollständige Heilung ist in dem Fall nicht mehr möglich. Die Gastrin Produktion ist einzig medikamentös einzuschränken.

    Wenn das Zollinger-Ellison-Syndrom diagnostiziert wurde, ist die symptomatische Behandlung von Sodbrennen auf die direkten Beschwerden fokussiert. Durch Maßnahmen zur Reduzierung der Gastrinproduktion kann ebenfalls Linderung erreicht werden:

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    An welchen Symptomen kann man Zollinger Ellison erkennen?

    Sodbrennen allein, ist noch kein schlüssiger Hinweis auf eine derartige Erkrankung. Weitere Symptome können sein:

    • Übelkeit und Erbrechen
    • Gewichtsverlust
    • Aufstoßen
    • Brennen hinter dem Brustbein
    • Veränderung der Haut (Blässe und Vergilbung)
    • innere Blutungen
    • Schwierigkeiten beim Stuhlgang
    • Sodbrennen

    Die Krankheit ist durch unspezifische Symptome gekennzeichnet und tritt relativ selten auf (bei 4 Menschen pro Million). Das alles ist erschwerend für die Diagnose, das Syndrom wird oft gar nicht als solches erkannt.

    Welche Medikamente wirken beim Zollinger-Ellison-Syndrom gegen Sodbrennen?

    Verschiedene Tablettenpackungen Der durch Gastrin stark übersäuerte Magen führt zu den typischen Beschwerden. Sodbrennen, dauerhafte Durchfälle bis zu Geschwüren im Magen und Zwölffingerdarm, können die Folge sein.

    Octreodid hemmt die Freisetzung des Wachstumshormons Somatropin und des Hormons Gastrin. Damit wirkt dieses Medikament gegen Sodbrennen, da es die Bildung von Magensäure beeinflusst.

    Die beste Wirkung erzielen Protonenpumpenhemmer (PPI), die als Langzeit-Therapie gut vertragen werden. In der Regel kann hinsichtlich des Zollinger-Ellison-Syndroms nahezu völlige Symptomfreiheit erreicht werden. PPI – Medikamente basieren auf den Wirkstoffen Pantoprazol, Omeprazol, Lansoprazol, Rabeprazol, Esomeprazol. Sie reduzieren Magensäure und fördern die Heilung gastroduodenaler Ulzera (Schleimhautdefekt im Magen und Zwölffingerdarm).

    Antazida sind nicht für die Behandlung des Zollinger-Ellison-Syndroms definiert, werden aber eingesetzt, um die Magensäure zu verringern. Sie sind für eine Langzeit-Therapie ungeeignet.

    Damit werden zur Behandlung des Syndroms, dieselben Medikamente und Wirkstoffe verabreicht, die Patienten bei einer klassischen Refluxerkrankung empfohlen werden. Die erforderliche höhere Dosierung sollte mit einem Arzt abgeklärt werden.

    Sind Hausmittel gegen Sodbrennen zu empfehlen?

    Hausmittel gegen Sodbrennen werden viele genannt. Am häufigsten zu finden sind:

    • Weißkohlsaft beschleunigt die Heilung von Magengeschwüren, wenn er in Form einer Therapie genommen wird: Patienten nehmen im Zeitraum von 3 bis 6 Wochen täglich einen Liter zu sich.
    • Vor jeder Mahlzeit ein Glas Kartoffelsaft. Das hilft gegen Magenschmerzen und Sodbrennen, da Kartoffelsaft die Magensäure neutralisiert. Der Saft muss dazu aus rohen Kartoffeln gewonnen werden, damit er seine Wirksamkeit nicht verliert

    Zusammenfassung Sodbrennen durch Zollinger-Ellison-Syndrom

    Bei dieser seltenen Erkrankung wird durch einen Tumor die Gastrinproduktion angeregt. Das hat einen Einfluss auf die Bildung von Salzsäure im Magen. Diese wiederum ist infolge einer Refluxerkrankung (Magensäure steigt in die Speiseröhre) für Sodbrennen und Schmerzen in der Brust verantwortlich.

    Eine Behandlung erfolgt in 90 Prozent der Fälle symptomatisch. Die Heilung des Zollinger-Ellison-Syndroms ist im Frühstadium und bei gutartiger Ausprägung möglich. Wenn bereits Metastasen gebildet wurden, kann der Fortschritt der Erkrankung verlangsamt, aber nicht mehr gestoppt werden.

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    In Zusammenarbeit mit:

    Dr. Joachim Grünbaum

    Dr. Joachim Grünbaum

    Leitender Arzt Gastroenterologie der Klinik Schlosspark in Grünberg. Neben mehr als 40 Jahren Erfahrung in der Praxis widmet Dr. Grünberg sich auch der Forschung im Bereich der Onkologie mit dem Schwerpunkt gastroenterologische Onkologie inkl. Misteltherapie.
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