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    Der Bernstein-Test als Diagnose für Sodbrennen

    Saures Aufstoßen, Druckgefühl im oberen Bauch und ein Brennen im Brustbein-Bereich. Die Symptome von Sodbrennen sind da, aber die Ursache ist nicht geklärt. Der Bernstein-Test ist eine Test-Methode, um herauszubekommen, wie stark die Schleimhäute der Speiseröhre auf den Kontakt mit Säure reagiert. Das gibt einen Hinweis auf die Erkrankung an Reflux. Wir erklären im Folgenden, was es genau mit dem Bernstein-Test auf sich hat.

    Zusammenfassung

    • Der Bernstein-Test (auch Säureperfusionstest) ist eine mögliche Diagnose-Methode, um Reflux festzustellen.
    • Eine in die Speiseröhre eingeführte Sonde misst während des Tests die Reaktion der Schleimhäute auf die Benetzung mit einer Kochsalz- oder leichten Salzsäurelösung.
    • Die Untersuchung ist ambulant und findet bei einem Internisten statt.
    • Der untersuchte Patient gibt selbst eine Rückmeldung, ob die Flüssigkeiten eine Beschwerde verursachen.

    Ursprung und Gegenstand des Bernstein-Tests

    Sie denken beim Bernstein-Test an einen schönen goldbraunen Halbedelstein? Ein Bernstein-Test im Zusammenhang mit Sodbrennen hat rein gar nichts mit den bekannten Schmucksteinen zu tun. Der Name des Tests stammt ab von seinem Erfinder, dem amerikanischen Internisten Lionel Bernstein. Der Bernstein-Test trägt auch den Namen Säureperfusionstest und ist eine mögliche Methode zum Beleg der Reflux-Krankheit.

    Der Säureperfusionstest (Bernstein-Test) bezeichnet eine Untersuchungsmethode, bei der eine schwache Säure durch die Speiseröhre perfundiert, also durchströmt.

    Mit dem Test soll vor allem die Diagnose Reflux abgeklärt werden. Die Reflux-Krankheit ist die Kurzform der gastroösophagealen Reflux-Krankheit. Dabei handelt es sich um einen krankhaften Rückfluss der sauren Magenflüssigkeit zurück in die Speiseröhre. Dabei ist die sogenannte Refluxbarriere erschlafft oder zu schwach: Am Übergang von Speiseröhre und Magen ist der natürliche Schließmuskel nicht mehr in der Lage, die Barriere zu erhalten. Aggressive Magensäure tritt nach oben aus und führt zu Beschwerden.

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    Wirkungsweise eines Bernstein-Tests

    Beim Bernstein-Test wird die Schleimhaut der Speiseröhre an mehreren Stellen mit zwei verschiedenen Flüssigkeiten benetzt. Bei der einen Flüssigkeit handelt es sich um eine einfache Kochsalzlösung, bei der anderen um eine niedrig konzentrierte Salzsäure. Salzsäure ist ein Bestandteil der menschlichen Magensäure. Damit wird ein ähnlicher Reiz gesetzt wie den, der die Magenflüssigkeit bewirkt.

    Es gibt zwei unterschiedliche Reaktionsmöglichkeiten durch die Benetzung:

    • Bei einer ganz gesunden und unbelasteten Speiseröhre wird durch den Kontakt mit beiden Flüssigkeiten eine unangenehme Reaktion ausgelöst.
    • Bei einer bereits angegriffenen Schleimhaut löst der Kontakt mit der niedrig konzentrierten Salzsäure dabei in der Regel eine schmerzende Reaktion aus. Die Kochsalzlösung dagegen löst keine Schmerzen oder Beschwerden aus.

    Je nach individueller Reaktion der untersuchten Person erfolgt hier ein Hinweis darauf, ob es sich um eine Reflux-Krankheit handelt oder nicht.

    Ablauf des Bernstein-Tests

    Bei dieser Untersuchungsmethode führt der untersuchende Arzt, in der Regel ein Internist, eine dünne Sonde in die Speiseröhre ein, über die die Messung stattfindet. Im Abstand von wenigen Minuten lässt er einmal eine einfache Kochsalzlösung ein und beim nächsten Mal eine schwach dosierte Salzsäure-Lösung. In welcher Reihenfolge dies geschieht, wird dem Patienten nicht gesagt, denn dies könnte seine eigene Wahrnehmung beeinflussen.

    Vorbereitung

    24 Stunden vor Durchführung des Bernstein-Tests soll der Betroffene keinerlei Medikamente gegen den Reflux mehr ein. Dazu gehören auch alle Säureblocker oder -hemmer. Wenigstens 12 Stunden vor dem Text sollte der Betroffene auch kein Essen oder Trinken zu sich nehmen. Beides würde sonst die Ergebnisse verfälschen.

    Genauer Verlauf

    Vor dem vorsichtigen Einführen der kleinen Sonde, die an einem sehr dünnen Schlauch befestigt ist, wird die Nasenschleimhaut betäubt. Der Arzt oder ein Assistent erklären, wie man den natürlichen Würgreflex unterdrücken kann, damit der Schlauch ohne Probleme nach unten geschoben werden kann. Sitzt die Sonde an der richtigen Stelle, erkundigt sich der durchführende Arzt, ob die Flüssigkeit brennt. Danach erfolgt der Test mit der anderen Flüssigkeit.
    Sobald beide Flüssigkeiten getestet wurden, wird die Messvorrichtung wieder entfernt.

    Wie sicher sind die Diagnose-Ergebnisse?

    Die möglichen Ergebnisse des Bernstein-Tests beruhen vollständig auf der persönlichen Wahrnehmung der untersuchten Person. Tauchten bestimmte Beschwerden auf und bei welcher Flüssigkeit? Darüber gibt die Testperson Auskunft. Es gibt drei verschiedene Ergebnisse:

    1. Weder bei Benetzung mit der Kochsalzlösung noch mit der schwachen Salzsäure hat die untersuchte Person Schmerzen oder Brennen verspürt. Damit gilt der Bernstein-Test als negativ und die Speiseröhre gesund.
    2. Wenn nur bei der Salzlösung Beschwerden auftauchten, ist dies ein Hinweis auf eine sensible oder schon angegriffene Speiseröhre. Damit ist der Bernstein-Test positiv ausgefallen.
      Je angegriffener eine Schleimhaut im Innern der Speiseröhre ist, umso schneller hat ein Patient Sodbrennen-ähnliche Symptome zu beklagen.
    3. Hat der Betroffene bei der Kochsalz-Lösung als auch bei schwachen Salzsäure bestimmte Reaktionen, müssen noch weitere Untersuchungen erfolgen, damit die wirklichen Ursachen der Beschwerden gefunden werden können.

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    Gehen Sie möglichst entspannt an die Durchführung dieses Tests heran. Das Anbringen des Schlauches durch die Nase ist eine ungewohnte Erfahrung, verläuft jedoch in der Regel absolut komplikationsfrei ab.

    Kritik am Bernstein-Test

    Es gibt inzwischen auch viele kritische Stimmen über den Bernstein-Test. Die Kritiker des Tests sagen, ein hier ermitteltes positives Ergebnis sei kein wirklich sicheres Zeichen für eine Entzündung der Speiseröhren-Schleimhaut. Vielmehr weist das Ergebnis auf eine sehr empfindliche Speiseröhre hin, so dass er auch bei rund 10 Prozent aller gesunden Menschen positiv ausfällt.

    Aufgrund dieser nicht absoluten Diagnose werden gern auch andere Untersuchungen ergänzend hinzugezogen, wie eine Magenspiegelung oder eine 24-Stunden-pH-Metrie.

    Mögliche Risiken und Probleme des Bernstein-Tests

    Für die Durchführung eines Bernstein-Tests bei Verdacht auf Reflux gibt es keine Berichte zu Risiken oder aufgetretenen Komplikationen. Das Untersuchungsprozedere erscheint vor allem in der Vorstellung des Patienten als unangenehm, was das Einführen der Mess-Sonde anbetrifft und das Testen mit der leichten Salzsäure oder der Kochsalzlösung. Die Untersuchung ist natürlich keine der angenehmsten Erfahrungen, verläuft aber in der Regel reibungslos und sie dauert auch nicht sehr lange.

    Problematischer ist der Umstand, dass durch einen Bernstein-Test nicht absolut zweifelsfrei auf eine Reflux-Krankheit verweist. Ganze 50 Prozent, also die Hälfte der an Reflux Erkrankten hat sich der Test als unauffällig erwiesen. Ohne ergänzende andere Untersuchungen ist die Aussagekraft somit einfach nicht gesichert.

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    In Zusammenarbeit mit:

    Dr. Joachim Grünbaum

    Leitender Arzt Gastroenterologie der Klinik Schlosspark in Grünberg. Neben mehr als 40 Jahren Erfahrung in der Praxis widmet Dr. Grünberg sich auch der Forschung im Bereich der Onkologie mit dem Schwerpunkt gastroenterologische Onkologie inkl. Misteltherapie.
    Dr. Joachim Grünbaum

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