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    Leberzirrhose – warum Sodbrennen auf eine Erkrankung der Leber hinweisen kann

    Die Leber ist ein Organ mit ca. 1,5 Kg Gewicht. Sie ist vom Bauchfell überzogen und besteht aus zwei Lappen. Acht weitere Segmente der Leber besitzen jeweils eine eigene Blutversorgung. Auf die Physik übertragen, kann man die Leber als einen universellen Filter bezeichnen. Alle Stoffe, die in der Blutbahn unterwegs sind, werden gefiltert, umgewandelt, ausgeschieden oder abgebaut. Ohne diesen rigorosen Mechanismus kann der Mensch nicht lange überleben.

    Wie bei vielen schweren Erkrankungen ist Früherkennung das Um und Auf. Welche Symptome auf eine Lebererkrankung hinweisen, welche auslösenden Faktoren sind bekannt, kann zwischen Leberzirrhose und Sodbrennen ein Zusammenhang hergestellt werden? Finden Sie in diesem Artikel Antworten auf diese und weitere Fragen.

    Arzt in der Sprechstunde mit Patientin

    Zusammengefasst:

    Was versteht man unter Leberzirrhose?

    Die Leberzirrhose steht in vielen Fällen am Ende einer Reihe von Vorerkrankungen der Leber und anderer Organe. Unbehandelt kommt es zu einem letalen Verlauf. Die Medizin hat in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht und die Leberzirrhose ist bei rechtzeitiger Therapie gut behandelbar.

    Deshalb sind Früherkennung und richtige Deutung der Symptome von enormer Bedeutung. Es sind zunächst eher die untypischen Symptome, die auf eine Erkrankung hindeuten können. Beginnend mit Schmerzen im Oberbauch, bis Blähungen, Völlegefühl und Sodbrennen. Alles kann auf eine Schädigung der Leber hindeuten.

    Wie kann man Leberzirrhose erkennen?

    Die Diagnose ist deshalb schwierig und erfolgt zu spät, weil die ersten Veränderungen der Leber kaum Beschwerden verursachen. Vorerst ist es vielleicht nur Sodbrennen oder saures Aufstoßen. Erste Anzeichen, dass sich die Bauch-Architektur durch die Umwandlung der Leber verändert. Der Druck auf den Magen nimmt zu, Magensäure fließt in die Speiseröhre zurück und verursacht dieses scharfe Brennen hinter dem Brustbein.

    Erst eine Blut- oder Ultraschalluntersuchung kann den Verdacht bestätigen. Da sich bei Leberzirrhose das Lebergewebe in funktionsloses Bindegewebe umwandelt, sind diese Veränderungen bald im Oberbauch, an der Leber tastbar.

    Im ersten Stadium sind es typische allgemeine Krankheitssymptome wie Müdigkeit oder Leistungsminderung. Mit Druck- und Völlegefühl geht Sodbrennen einher, weil durch die Gewebe-Veränderungen der Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre zunehmen kann.

    Magenkrebs durch Röntgen erkennen

    Magenspiegelung

    Eine Magenspiegelung hilft bei der Diagnose verschiedener Erkrankungen, wie z.B. Speiseröhrenentzündung und Speiseröhrenkrebs.

    Milch

    Milch ist ein gutes Mittel gegen Sodbrennen. Warum es so effektiv gegen das Leiden hilft und was Sie noch darüber wissen sollten, erfahren Sie hier auf unsere Seite.

    Wodurch entsteht Leberzirrhose?

    Lange Zeit war Leberzirrhose das Endstadium von schweren Alkoholikern. Der oft jahrzehntelange Missbrauch hat das Organ irreversibel geschädigt. Selbst nach Absetzung der Droge Alkohol ist eine Heilung im fortgeschrittenem Stadium nicht mehr möglich. Neu ist, dass aktuell immer mehr jüngere Menschen an Leberzirrhose erkranken. Einerseits ist die Ursache nach wie vor Alkoholmissbrauch. Andererseits ist unser Organismus permanent Belastungen durch Giftstoffe aus der Umwelt und Medikamentenmissbrauch ausgesetzt. Die Körperfett produzierende Ernährung, Übergewicht und wenig Bewegung sind weitere auslösende Faktoren, die Leberzirrhose begünstigen.

    Eine Leberzirrhose im Endstation ist unheilbar. Wird die Schädigung der Leber früh erkannt, kann es möglich sein, dass das Organ sich teilweise erholt. In Deutschland sterben jedes Jahr etwa 20 000 Menschen an Leberzirrhose.

    Eine Leberzirrhose im Endstation ist unheilbar. Wird die Schädigung der Leber früh erkannt, kann es möglich sein, dass das Organ sich teilweise erholt. In Deutschland sterben jedes Jahr etwa 20 000 Menschen an Leberzirrhose.

    Kann man Leberzirrhose behandeln?

    Eine Blut- oder Ultraschalluntersuchung stellt fest, ob man unter Leberzirrhose leidet.

    Abhängig vom Stadium sind Behandlungen möglich. Ab einem gewissen Zeitpunkt sind die Schäden nicht mehr rückgängig zu machen. Das Fortschreiten kann allerdings rechtzeitig gestoppt werden. Eine Erholung der Leber in kleinen Schritten ist möglich. Voraussetzung ist, dass die an der Leberzirrhose ursächlichen Gründe beseitigt sind. Alkoholiker müssen vollständig auf jeden Tropfen verzichten, die Änderung des Lebensstiles ist die Grundlage erfolgreicher Heilungsversuche. Auf die Notwendigkeit der Früherkennung wurde schon mehrmals hingewiesen.

    Die Leberzirrhose bewirkt unterschiedliche Veränderungen im Organismus und verlangt divergente Behandlungsweisen:

    • wenn Entzündungen im Bauchraum diagnostiziert werden, helfen Antibiotika.
    • es sollten die Giftstoffe im Blut verringert werden (hepatische Enzephalopathie): Kohlehydrate verstärken, Eiweißaufnahme
    • Ösophagus – Varizen (Krampfadern in der Speiseröhre) können mit Gummiband-Ligaturen oder durch Veröden behandelt werden. Blutverluste sind auszugleichen, der Blutdruck sollte medikamentös gesenkt werden. Dadurch wird der Druck auf die Krampfadern verringert, die Gefahr neuer Blutungen sinkt.
    Über allem jedoch steht die Änderung des Lebensstiles. Vitaminreiche, ausgewogene Ernährung, Förderung des Stoffwechsels, Verringerung des Übergewichts.

    Es gibt besondere Leberschutzpräparate, deren Wirkung zwar nicht wissenschaftlich nachgewiesen ist, deren Anwendung dennoch keinen Schaden anrichtet.

    Schon gewusst?

    Bei einer Leberzirrhose wird aus Lebergewebe ein funktionsloses Bindegewebe. Bei einer Leberfunktion im Endstadium sind die Grundfunktionen des Organs inaktiv .

    Welche Auswirkungen hat eine Leberzirrhose?

    Bei einer Leberzirrhose baut sich das Organ um, aus Lebergewebe entsteht funktionsloses Bindegewebe, die Grundfunktion der Leber wird nicht mehr wahrgenommen.

    Wenn Sodbrennen eine Begleiterkrankung der Leberzirrhose ist, dann hat dies die Ursache in der vermehrten Magensäurebildung. Unter dem Einfluss von Hormonen wird sie insgesamt aggressiver. Ein Reflux (Rückfluss in die Speiseröhre) löst dann schweres Sodbrennen aus, die Schleimhäute werden verätzt und geschädigt. Unbehandelt können in der Speiseröhre Krampfadern entstehen. Die Gefahr innerer Blutungen nimmt rapide zu.

    Man kann selbstverständlich die Symptome von Sodbrennen behandeln:

    • Vermeidung von Alkohol
    • keine scharfen und sauren Getränke
    • heiße und / oder kalte Speisen meiden
    • auf das Rauchen verzichten
    • Verzicht auf üppige Mahlzeiten
    • „Diner-Canceling“ – mindestens zwei Stunden vor dem Schlafengehen nichts mehr essen
    • Kaffee, Nikotin, säurehaltige Getränke vermeiden
    • Kurzfristig helfen als Antazida bezeichnete Medikamente, die Magensäure neutralisieren
    Diese Maßnahmen sind symptomatisch und wirken sich nur indirekt auf die geschädigte Leber aus.

    Tipps und Zusammenfassung Sodbrennen und Leberzirrhose

    Sodbrennen hat viele Ursachen. Die Forschung und Entwicklung der Medizin in den letzten Jahren hat den Betrachtungsraum erheblich erweitert. Heute weiß man, dass Sodbrennen nur auf Reflux (Rückfluss) zurückzuführen, etwas eng gegriffen ist.

    Leberzirrhose verändert die Strukturen im gesamten Bauchraum. Es kommt zu Verschiebungen der Organe, der Druck auf den Oberbauch nimmt zu. Der ringförmige Muskel, der die Speiseröhre vom Magen trennt, verliert seine Spannkraft – Magensäure fließt in die Speiseröhre zurück. So kann Sodbrennen auch eine Folge einer beginnenden Lebererkrankung sein. Setzen Sie bei länger anhaltenden Beschwerden auf die Unterstützung durch einen Arzt.

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    Autor

    Dr. Joachim Grünbaum

    Leitender Arzt Gastroenterologie der Klinik Schlosspark in Grünberg. Neben mehr als 40 Jahren Erfahrung in der Praxis widmet Dr. Grünberg sich auch der Forschung im Bereich der Onkologie mit dem Schwerpunkt gastroenterologische Onkologie inkl. Misteltherapie.
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