Wenn man Blut im Stuhl kann das auch an Sodbrennen liegen

    Wenn man Blut im Stuhlgang entdeckt ist der Schreck groß und jeder denkt sofort an Darmkrebs. Dabei können die Ursachen weit weniger dramatisch sein. Auch Sodbrennen kann sich dahinter verbergen.

    Kurz gesagt:

    Blut im Stuhlgang kann sehr verschiedene Ursachen haben. Blut, das tief im Verdauungtrakt austritt ist heller und dem Stuhl aufgelagert. Blut aus dem oberen Verdauungstrakt dunkler und gründlicher untergemischt. Nicht immer verbergen sich dahinter gefährliche Erkrankungen. Trotzdem muss die Angelegenheit auf jeden Fall mit einem Arzt abgeklärt werden.

    Blut im Stuhlgang – das sind die Ursachen:

    Erscheint Blut beim Stuhlgang verbirgt sich dahinter immer eine globale Ursache: Eine Blutung im Magen-Darm-Trakt. Und der reicht von den Zähnen bis zum After. Je nachdem, wie das Blut im Stuhlgang in Erscheinung tritt, kann man den Blutungsherd eingrenzen.

    Das Blut im Stuhl kann in verschiedenen Farben, rot oder dunkel, erscheinen. Das hängt davon ab, wo es in den Verdauungsprozess eintritt, denn im Magen wird Hämoglobin zum dunkleren Hämatin abgebaut. Blutungen aus dem oberen Verdauungstrakt erscheinen deshalb dunkler, weil das Blut den Magen passiert hat und teilweise abgebaut wurde. Blutungen im unteren Verdauungstrakt können eine deutlicher rote Farbe aufweisen.

    Das Blut kann dem Stuhl aufgelagert oder untergemischt sein, je nachdem, wie lange es von den Darmbewegungen bearbeitet wird. Je weiter oben sich der Blutungsherd befindet, desto gründlicher ist das Blut mit dem übrigen Darminhalt vermischt.

    Blutungen der Speiseröhre

    Blut kann aus der Speiseröhre in den Verdauungstrakt gelangen. Das kann passieren, wenn die Schleimhaut der Speiseröhre als Folge einer Entzündung zu bluten beginnt.

    Liegt eine Refluxösophagitis vor, entzündet sich die Schleimhaut der Speiseröhre als Folge von ständig wiederkehrendem Sodbrennen. Der saure Magensaft steigt in die Speiseröhre auf und schädigt das Gewebe. Die Magenschleimhaut unterschiedet sich von der Schleimhaut der Speiseröhre dadurch, dass sie Natriumhydrogencarbonat, ein basisches Mineral, absondert und dadurch die Säure in der unmittelbaren Umgebung des Gewebes unschädlich macht. In der Speiseröhre fehlt dieser Schutzmechanismus und der saure Magensaft kann mit voller Kraft zuschlagen.

    Vor allem, wenn Blut im Stuhl und Bauchschmerzen gemeinsam auftreten, kann sich Sodbrennen dahinter verbergen, denn die Beschwerden, die der saure Reflux auslöst werden oft als Schmerz im Oberbauch wahrgenommen.

    Auch Krampfadern, Ösophagusvarizellen, oder ein Karzinom der Speiseröhre, ein Ösophaguskarzinom, können Blutungen aus der Speiseröhre in den Verdauungstrakt zur Folge haben.

    Schon gewusst?

    Nicht immer bedeutet ein dunkler oder rötlicher Stuhl, dass auch eine Blutung vorliegt. Viele pflanzliche Lebensmittel wie Rote Bete, Rotwein oder Heidelbeeren enthalten Pflanzenfarbstoffe, Anthocyane, die den Stuhl verfärben können.Auch Medikamente wie Kohle- und Eisentabletten den Stuhl schwarz verfärben.

    Blutungen des Magens

    Blut aus dem Magen färbt den Stuhl schwarz, wenn das Hämoglobin durch die Magensäure zu Hämatin abgebaut wurde. Er wird deswegen auch Teerstuhl oder Meläna genannt. Ist der Magensaft nicht sauer genug, etwa wenn der Patient Säureblocker gegen Sodbrennen einnimmt, bleibt der Stuhl dunkel- oder schwarzrot.

    Ursachen für Blutungen im Magen können unter anderem ein blutendes Magengeschwür, eine hämorrhagische (blutige) Gastritis oder Magenkrebs sein.

    Gastritis oder Magengeschwüre sind Erkrankungen, die mit einer ösophagealen Refluxkrankheit in Zusammenhang stehen, bei denen oft Sodbrennen als Begleiterscheinung auftritt.

    Bei einer Leberzirrhose könne sich Krampfadern am Mageneingang (Fundusvarizen) bilden, die zu starken, lebensbedrohlichen Blutungen führen können.

    Bei heftigem Erbrechen kann es zu blutenden Schleimhautrissen am Mageneingang, einer Mallory Weiss Blutung, kommen.

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    Blutungen des Darms

    Wenn der Blutungsherd im Darm liegt, werden Blut und Stuhl durch die Darmperistaltik gründlicher gemischt. Bei starken Blutungen ist der Stuhl völlig blutgetränkt. Man spricht hier von Hämatochezie oder Blutstuhl. Der Stuhl besteht praktisch nur aus Blut. Als Nebenwirkung kann eine Anämie (Blutarmut) auftreten oder der Blutdruck absacken.

    In seltenen Fällen kann das Blut im Stuhlgang auch aus dem Dünndarm stammen. Entzündliche Erkrankungen wie Morbus Crohn, Geschwüre, Blutungen aus dem Gallengang (Hämobilie) oder Tumore können hier die Ursachen sein. Der Stuhl ist in diesem Fall dunkelrot gefärbt.

    Das Blut kann dem Stuhl aufgelagert oder okkult, also unsichtbar, in der Masse verborgen sein. Grundsätzlich gilt, je weiter oben im Verdauungstrakt das Blut austritt, desto dunkler und schwerer zu entdecken ist es. Blut aus dem Darmausgang oder dem unteren Dickdarm ist meist hellrot und dem Stuhl aufgelagert. Als Ursache kommen Darmpolypen, blutende Darmdivertikel oder Darmkrebs in Frage. Auch am Darmausgang können Blutungen den Stuhl färben. Hier kommen Hämorrhoiden oder Analfissuren (Risse am Anus) als Auslöser in Frage.

    Okkultes Blut:

    Nicht immer ist Blut im Stuhl mit dem bloßen Auge sichtbar. Kleinste Beimengungen von Blut im Stuhl lassen sich mit einem Hämoccult-Test (Guajak-Test) aufspüren. Dieser Test erfasst ausschließlich Blutungen aus dem Darm und dient zur Krebsvorsorge. Er kann zuhause durchgeführt werden.

    Blut im Stuhlgang – was tun?

    Wer Blut im Stuhlgang findet, oder zu finden glaubt, muss das unbedingt ärztlich abklären lassen. Blut im Stuhl kann ganz harmlos zum Beispiel von Nasen- oder Zahnfleischbluten verursacht sein. Es können sich aber auch bösartige Erkrankungen dahinter verbergen, die nicht unbehandelt bleiben dürfen. Es ist deshalb nicht ratsam, auf eine Eigenbehandlung mit Hausmitteln gegen Magen-Darm-Erkrankungen zu setzen. Im Ernstfall verliert man nur wertvolle Zeit.

    Der Arzt wird dann entscheiden, welche diagnostischen Methoden angebracht und welche weiteren Maßnahmen nötig sind. Je nach Anfangsverdacht wird womöglich eine Magen- oder Darmspiegelung nötig sein oder eine Magnetresonanztomographie (MRT).

    Auch bestimmte Medikamente könne zu Blutungen im Magen und als Folge davon Blut im Stuhl führen. Ob diese Medikamente abgesetzt oder durch andere ersetzt werden können muss ebenfalls der Arzt entscheiden.

    Findet man Blut beim Stuhlgang hilft es nichts, den Kopf in den Sand zu stecken und das Problem zu verdrängen. Aber die Chancen stehen gut, dass man mit dem Schrecken davon kommt.

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    Dr. Joachim Grünbaum

    Dr. Joachim Grünbaum

    Leitender Arzt Gastroenterologie der Klinik Schlosspark in Grünberg. Neben mehr als 40 Jahren Erfahrung in der Praxis widmet Dr. Grünberg sich auch der Forschung im Bereich der Onkologie mit dem Schwerpunkt gastroenterologische Onkologie inkl. Misteltherapie.
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