Junge Frau mit Magenschmerzen hält sich den Bauch

Wir muten unserem Körper in unseren modernen Zeiten und dem „westlichen“ Lebensweise oft viel zu. Da dürfen wir uns nicht wundern, wenn das Verdauungssystem mit einer Gastritis oder Zwölffingerdarmentzündung auf Dauer rebelliert.

Kurz gesagt: Eine Zwölffingerdarmentzündung kann typische Symptome erzeugen und auf verschiedene Auslöser zurückzuführen sein. Die Therapie richtet sich nach den Ursachen. Spricht die Behandlung an, verschwindet die Entzündung in kurzer Zeit.

Die Funktion des Zwölffingerdarms

Der Zwölffingerdarm (Duodenum) ist, wie der Magen, von einer Schleimhaut ausgekleidet. Diese Schleimhaut bildet eine riesige Oberfläche, weil sie stark gefaltet ist und diese Falten wiederum aufgefaltet sind, bis schließlich auf der Oberfläche der Schleimhautzellen selbst haarförmige Fortsätze, die Mikrovilli, für noch mehr Oberfläche sorgen. Diese Zellen saugen die Nährstoffe auf und transportieren sie in die Blutbahn.

Der Zwölffingerdarm schließt sich im Verdauungstrakt direkt an dem Magen an. Die Bauchspeicheldrüse und Gallenblase geben ihre Sekrete an den Zwölffingerdarm ab. Beide Sekrete enthalten Verdauungsenzyme, die nur im basischen Milieu aktiv sind. Deswegen produziert der Zwölffingerdarm auch Bicarbonat, das den sauren Mageninhalt neutralisiert und den pH-Wert in den basischen Bereich anhebt.

Die Schleimhaut des Zwölffingerdarms produziert auch verschiedene Hormone, Sekretin und Cholezystokinin, die für die Verdauung wichtig sind.

Cholezystokinin regt die Gallenblase zu rhythmischen Kontraktionen an, so dass sie quasi leer gepumpt wird und vermehrt Gallensaft in den Darm abgegeben wird. Das regt wiederum die Leber an, mehr Gallenflüssigkeit zu produzieren. Sekretin stoppt die Magensaftproduktion und fördert die Bildung von Bicarbonat zur Alkalisierung des Darminhalts.

Daneben produziert die Schleimhaut noch Enzyme, Disaccharidasen und Enterokinasen. Disaccharidasen sind Zucker spaltende Enzyme. Enterokinasen benötigen wir, um die Eiweiß spaltenden Enzyme der Bauchspeicheldrüse zu aktivieren.

All diese Vorgänge werden aktiviert, sobald die Schleimhaut des Zwölffingerdarms mit dem Nahrungsbrei aus dem Magen in Kontakt tritt.

Zwölffingerdarmentzündung Dauer und Verlauf

Ein kleines Wunderwerk. Man kann sich vorstellen, dass man Probleme bekommt, wenn diese Schleimhaut entzündet ist und nicht mehr richtig funktioniert. Trotzdem kann eine Zwölffingerdarmentzündung still und unbemerkt verlaufen, so dass man über ihre Dauer gar keine Aussagen treffen kann. Sie kann auch akut oder chronisch verlaufen. In der Regel klingt die Entzündung aber ab, wenn es gelingt die auslösenden Faktoren auszuschalten.

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Zwölffingerdarmentzündung Symptome

Eine Zwölffingerdarmentzündung wird oft von charakteristischen Symptomen angekündigt, wie

  • Übelkeit

  • Erbrechen

  • Schmerzen unter dem Rippenbogen

  • Appetitlosigkeit

  • Verdauungsstörungen

Die Symptome einer Zwölffingerdarmentzündung können aber sehr verschieden sein, oft verspürt man überhaupt keine Beschwerden und die Entzündung wird nur zufällig entdeckt.

Manchmal sind die Beschwerden auch diffus und man bringt sie nicht mit einer Duodenitis (Zwölffingerdarmentzündung) in Verbindung, was die Diagnosefindung ebenfalls erschwert. Wer denkt schon bei Rückenschmerzen an Darmbeschwerden?

Eine Zwölffingerdarmentzündung kann verschiedene Probleme verursachen, sie kann die Schleimhaut anschwellen lassen, mit Eiterbildung und Polypen einhergehen und zu Verengungen des Darmes führen. Sie kann Gewebeverluste verursachen, die sich zu einem Zwölffingerdarmgeschwür ausweiten können.

Sie kann auch auf den Ausführgang der Bauchspeicheldrüse und Gallenblase befallen, was eine Pankreatitis und einen Rückstau der Gallenflüssigkeit zur Folge haben kann. Der Gallenstau verursacht eine Gelbsucht, die man im frühen Stadium an einer Gelbfärbung der Augen, später der ganzen Haut erkennt. Eine Pankreatitis zeigt sich durch einen aufgeblähten Bauch und ringförmige Schmerzen, Übelkeit und Erbrechen.

Zwölffingerdarmentzündung Ursachen

Eine Zwölffingerdarmentzündung kann durch Infektionen, Stress, Medikamente oder Schädigungen der Nachbarorgane ausgelöst werden.

Bakterien sind oft die der Auslöser einer Zwölffingerdarmentzündung. Der Darm ist im Gegensatz zum Magen dicht mit Bakterien besiedelt. Der häufigste Auslöser einer bakteriellen Zwölffingerdarmentzündung ist aber der Magenkeim Helicobacter pylori, der dort eigentlich nichts zu suchen hat.

Dieses Bakterium, dessen Lebensraum eigentlich das sehr saure Milieu des Magens ist, produziert Ammoniak, um sich vor dem Säureangriff zu schützen. Das tut es auch im Darm. Der Ammoniak reizt die Oberfläche der Darmschleimhaut und führt zu Entzündungen.

Bei den Medikamenten, die die Schleimhäute des Magens und Zwölffingerdarms reizen stehen nichtsteroidale Antirheumatika an oberster Stelle. Sie sind die ganz gewöhnlichen Schmerzmittel, wie Acetylsalicylsäure, Diclofenac oder Ibuprofen.

Manchmal beruht die Entzündung auch auf einer Überproduktion von Magensäure, wie es bei Sodbrennen der Fall ist und wie man es an saurem Aufstoßen bemerkt, das auch ein Anzeichen für eine Zwölffingerdarmentzündung sein kann.

Wussten Sie schon?

Zwölffingerdarm- und Magenschleimhautentzündung ähneln sich nicht nur anhand der Symptome, sondern auch der Behandlungsmöglichkeiten. Eine Duodenitis ist so etwas wie eine Gastritis im Darm.

Diagnose der Zwölffingerdarmentzündung

Eine Zwölffingerdarmentzündung kann durch eine Röntgenaufnahme oder Ultraschall diagnostiziert werden. Auch eine Duodenoskopie ist möglich, bei der ein Schlauch, ähnlich wie bei der Gastroskopie, durch die Speiseröhre in den Zwölffingerdarm eingeführt wird. Eine Kamera liefert Bildmaterial von der Schleimhaut, auch die Entnahmen von Gewebeproben zur weiteren Untersuchung ist möglich.

Leidet der Patient tatsächlich an einer Duodenitis, ist das eindrücklich an einer Schwellung der Schleimhaut zu erkennen. In schweren Fällen kann auch schon eine Ausdünnung der Schleimhaut vorliegen.

Zwölffingerdarmentzündung Therapie

Die Therapie der Duodenitis richtet sich nach den Ursachen. Das Absetzten reizender Medikamente (selbstverständlich nach Rücksprache mit dem Arzt) oder einen Helicobacter-Eradikation kann die Entzündung schon innerhalb weniger Tage zum Abklingen bringen. In manchen Fällen ist es auch nötig, die Produktion von Magensäure medikamentös zu reduzieren.

Im Allgemeinen sind alle Maßnahmen gegen eine Gastritis auch geeignet, die Dauer einer Zwölffingerdarmentzündung deutlich zu beschränken. Da wäre zum Beispiel ein entspanntes, stressfreies Leben zu nennen und eine fettarme, leicht verdauliche Ernährung, die den Magen-Darm-Trakt nicht belastet.

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In Zusammenarbeit mit:

Dr. Joachim Grünbaum

Leitender Arzt Gastroenterologie der Klinik Schlosspark in Grünberg. Neben mehr als 40 Jahren Erfahrung in der Praxis widmet Dr. Grünberg sich auch der Forschung im Bereich der Onkologie mit dem Schwerpunkt gastroenterologische Onkologie inkl. Misteltherapie.
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